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Brandenburg: Ärzte und Kassen weiter uneins Ziegler drängt weiter auf Honorarausgleich

Potsdam - Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Brandenburg hat offenbar größere Probleme bei der korrekten und gerechten Verteilung der Honorare an ihre Mitgliedsärzte, als bisher bekannt. Demnach haben von den etwa 3600 niedergelassenen Ärzten der Mark im zweiten Quartal 2005 etwa 2000 Widerspruch gegen die Honorarabrechnung der KV eingelegt.

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Potsdam - Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Brandenburg hat offenbar größere Probleme bei der korrekten und gerechten Verteilung der Honorare an ihre Mitgliedsärzte, als bisher bekannt. Demnach haben von den etwa 3600 niedergelassenen Ärzten der Mark im zweiten Quartal 2005 etwa 2000 Widerspruch gegen die Honorarabrechnung der KV eingelegt. Im dritten Quartal waren noch immer fast ein Drittel der märkischen Ärzte mit den Überweisungen der KV nicht einverstanden. Das wurde am Rande eines Treffens von Krankenkassen, KV und Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) in Potsdam bekannt.

Vertreter von Krankenkassen und Ärzten hatten sich gestern wiederum nicht auf zentrale Punkte bei der Honorarverteilung einigen können. Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KV) wies eine Forderung der Kassen erneut zurück, dass Ärzte untereinander Honorareinbußen ausgleichen sollten, wie der stellvertretende KV-Vorsitzende Peter Noack im Anschluss an das Spitzengespräch bei Gesundheitsministerin Ziegler (SPD) mitteilte.

Allerdings hatte sich die KV in den Gesprächen selbst massiver Kritik ausgesetzt gesehen. Zum einen konnte sie in zentralen Fragen zum wiederholten Male keine genauen Zahlen über ihre Finanzlage und -ausstattung in den vergangenen Jahren vorlegen, zum anderen wurde sie nach Aussage von Sitzungsteilnehmern massiv vom Ministerium gedrängt, für eine gerechtere Verteilung der Honorare innerhalb einzelner Facharztgruppen zu sorgen. Es gehe nicht um Gleichmacherei, wie von der KV behauptet, sondern um die Vermeidung extremer Einbußen von 30 bis 40 Prozent bei einigen Ärzten. Diese Forderung, der auch Ziegler zuneige, sei aber „vollkommen unausgegoren“, kritisierte Noack. Sie widerspreche einer leistungsorientierten Vergütung und zudem gesetzlichen Normen. Die KV wolle keine „Gleichmacherei von Ärzten“.

Unter anderem gehen KV und Kassen mit diesem Dissens in die Verhandlungen des Schiedsgerichts am 28. März. Die monatelangen Gesprächen über „eine systematische Honorarverteilung ab dem zweiten Quartal 2006“ waren am Dienstag von der KV ohne eigenen Vorschlag für gescheitert erklärt worden. Nach Ansicht der Kassen soll eine Interventionsklausel gewährleisten, dass Ärzte mit hohen Honorarzuwächsen Geld in einen Ausgleichstopf stecken, aus dem Mediziner der selben Facharztgruppen mit großen Honorareinbußen ihre Verluste zumindest zum Teil decken können. Dagegen seien sich KV und Kassen über das „Grundsystem der Honorarverteilung“ einig, unterstrich Noack.

KV und die Krankenkassen müssen den Angaben zufolge gemeinsam über die Verteilung der insgesamt rund 620 Millionen Euro für die ambulante medizinische Versorgung für das Jahr 2006 entscheiden. Am 28. März entscheidet das Schiedsamt über die genaue Verteilung der Gelder an die Ärzte. Ziegler drängte gestern die KV darauf, Extremspitzen bei den Honoraren innerhalb einer Facharztgruppe auszugleichen. Die Kassen hatten der KV gestern auch angeboten, sich vor dem Schiedsamtstermin erneut zu beraten und nach einer Lösung zu suchen. Der Chef des Ersatz- und Angestellten-Krankenkassen in Brandenburg, Lothar Bochat, sagte den PNN, es gehe darum, nicht jeden Streit sofort vor dem Schiedsamt auszutragen.Peter Tiede

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