zum Hauptinhalt
Potsdam, 02.06.2025, Lokales, Neues Palais, Sanierung, Skulpturen, Park Sanssouci, Stadtbilder, Foto: Ottmar Winter PNN ACHTUNG: Foto ist ausschließlich für redaktionelle Berichterstattung der PNN und des TGSP! Eine kommerzielle Nutzung, z.B. Werbung, ist ausgeschlossen. Die Weitergabe an nicht autorisierte Dritte, insbesondere eine weitergehende Vermarktung über Bilddatenbanken, ist unzulässig.

© Ottmar Winter PNN/Ottmar Winter PNN

Denkmalschutz in Brandenburg: Mehr als 100 Millionen Euro für kulturelle Identität

Nicht nur für den Schutz von Schlösser und Welterbe-Parks wird das Geld der Denkmalförderung eingesetzt. Auch Feuersteinwerkzeuge oder gar ein Eimerkettenbagger werden erhalten und restauriert.

Stand:

Das Land Brandenburg hat im vergangenen Jahr rund 106 Millionen Euro in den Erhalt und die Förderung von Denkmälern investiert. Rund 30 Millionen Euro davon seien vom Kultur- und rund 76 Millionen Euro vom Bauministerium zur Verfügung gestellt worden, hieß es bei der Vorstellung der Bilanz zur Denkmalförderung 2025 am Montag in Potsdam. In Brandenburg gibt es mehr als 14.000 Baudenkmäler. Landeskonservator Thomas Drachenberg sagte, rund zwei Prozent der Bausubstanz des Bundeslandes stünden unter Denkmalschutz.

Kulturministerin Manja Schüle (SPD) betonte, Denkmäler prägten auf ganz unterschiedliche Weise kulturelle Identität und Geschichte. Denkmalschutz sei kein Luxus, sondern gemeinsame Verantwortung. Diese reiche vom Feuersteinwerkzeug über Klöster und Kirchen, Parks und andere Anlagen bis hin zum Eimerkettenbagger im Braunkohletagebau. Bauminister Detlef Tabbert (parteilos) sagte, es gelte, lebenswerte Orte in Brandenburg zu erhalten und weiterzuentwickeln. „Ein Denkmal muss leben“, sagte er.

Schlösser und Gärten

Knapp 15 Millionen Euro Denkmalfördermittel gingen nach Angaben der beiden Ministerien an die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, darunter für das Schloss Neues Palais im Park Sanssouci in Potsdam. Rund 1,4 Millionen Euro flossen für Sanierungsmaßnahmen an die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz in Cottbus und gut 1,3 Millionen Euro für die barocke Klosteranlage der Stiftung Stift Neuzelle. Knapp drei Millionen Euro wurden für insgesamt neun Klimaanpassungsprojekte in historischen Parks und Gärten eingesetzt, darunter im Schlossgarten Rheinsberg und im Potsdamer Park Babelsberg.

Rund drei Millionen Euro gingen der Bilanz zufolge an Kirchen, Religionsgemeinschaften und Fördervereine für die Sanierung sakraler Bauwerke. Davon wurden gut eine Million Euro für den evangelischen Dom zu Brandenburg an der Havel und gemäß Staatskirchenvertrag rund 1,73 Millionen Euro für 25 Kirchensanierungen der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bereitgestellt.

NS-Gedenkstätten

Schüle forderte zugleich den Bund auf, mehr Fördermittel für den Erhalt der NS-Gedenkstätten bereitzustellen. Dafür müsse dringend ein Bund-Länder-Programm aufgelegt werden, sagte die Ministerin. Sie erwarte, dass der Bund seiner Verantwortung dafür nachkomme. Der Erhalt der letzten Zeugnisse der Gräuel und Verbrechen der Nationalsozialisten müsse gesichert werden.

In Brandenburg liegen unter anderem die KZ-Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück. In den beiden Konzentrationslagern waren in der NS-Zeit mehr als 300.000 Menschen inhaftiert. Zehntausende von ihnen wurden ermordet oder kamen dort auf andere Weise ums Leben. Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten erhielt den Angaben zufolge 2025 rund 490.000 Euro Denkmalmittel vom Land.

Klimaschutz

Landeskonservator Drachenberg sagte, es sei gelungen, viele Denkmäler zu erhalten. Es gebe zwar „immer wieder Sorgenkinder, aber es gibt keine Verzweiflung“. Die Denkmalpflege leiste auch einen Beitrag zum Klimaschutz, indem sie bereits Bestehendes bewahre, anstatt Ressourcen und Energie für Neubauten zu verwenden, betonte er. (epd)

Zur Startseite

showPaywall:
false
isSubscriber:
false
isPaid:
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })