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Georg Friedrich Prinz von Preußen beim Neujahrsempfang der Uni Potsdam 2020  
© Ottmar Winter PNN

Hohenzollern-Buch präsentiert: Georg Friedrich Prinz von Preußen über Rolle der Familie in Nazi-Zeit „erschüttert“

Gefördert durch den Hohenzollern-Chef erstellte Historiker Lothar Machtan ein Werk über den damaligen Kronzprinzen Wilhelm. Demnach habe dieser mit den Nationalsozialisten kollaboriert.

Berlin - Georg Friedrich Prinz von Preußen hat sich dazu bekannt, die Verstrickungen der Hohenzollern mit den Nationalsozialisten aufzuklären. „Ich sehe mich und meine Familie bei der Aufarbeitung der dunklen Kapitel unserer Geschichte in der Verantwortung“, sagte er am Mittwochabend bei der Präsentation des Buches „Der Kronprinz und die Nazis“ in Berlin.

Der Historiker Lothar Machtan hatte es mit seiner Förderung erstellen können. Bedingung sei gewesen, erklärten beide, die umfassende Untersuchung „mit größtmöglicher Schonungslosigkeit“ zu führen. Nach den Erkenntnissen hat der damalige Kronprinz Wilhelm mit den Nationalsozialisten „kollaboriert.“ Einiges habe ihn selbst überrascht, anderes „erschüttert“, sagte er. Die Frage ist von Relevanz für die Vermögensauseinandersetzung der Hohenzollern mit der öffentlichen Hand um Kunstschätze und Entschädigungen.

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Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach Grußwort

In der Debatte sei ihm unterstellt worden, er wolle „eine unparteiische Bewertung der historischen Persönlichkeit des Kronprinzen aus familiären Rücksichten behindern. Ich kann Ihnen versichern: Nichts liegt mir ferner als das“, sagte Georg Friedrich von Preußen. Als ob die Unterstützung jenes Buchprojekts durch ihn für manche nicht schon irritierend genug wäre, sei er auch noch mit Machtan befreundet, „trotz unterschiedlicher Meinung“, so von Preußen. Eine Differenz zwischen Machtan und ihm sei dabei die Frage der grundsätzlichen Legitimität von historisch gewachsenem Privateigentum.

In einem Grußwort sprach sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) „als Privatperson, nicht als Regierungsmitglied, für einen offenen intellektuellen Diskurs und einen profunderen Blick auf die Geschichte aus“. Zur Buchpräsentation kamen rund 200 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Medien, darunter Brandenburgs Finanzministerin Katrin Lange (SPD). Die Hohenzollern klagen auch gegen das Land Brandenburg.

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