Brandenburg: „Kein Aufstand der Ausgegrenzten“
Fünf Wagen in Moabit von Unbekannten angesteckt. Innensenator: Keine Parallelen zu Frankreich
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Fünf Wagen in Moabit von Unbekannten angesteckt. Innensenator: Keine Parallelen zu Frankreich Berlin – Fünf Autos haben unbekannte Täter in der Nacht zum Montag in dem von vielen Ausländern bewohnten Stadtteil Moabit angezündet. Zwei Fahrzeuge – ein VW Corsa und eine Peugeot – wurden dabei völlig zerstört, drei weitere beschädigt. Die Kripo geht von Brandstiftung aus, Reste von Molotow-Cocktails wurden aber nicht gefunden. Die Serie hatte kurz vor ein Uhr an der Quitzowstraße begonnen, gegen halb zwei stand vor dem Haus Alt Moabit 103 ein Renault Megane in Flammen. Danach machten der oder die Täter eine Pause – während die Polizei in Moabit bereits massiv Einsatzkräfte auf Streife schickte. Um drei Uhr stand dann am Helgoländer Ufer ein VW Corso in Flammen, zwanzig Minuten später in der Lessingstraße/Ecke Altonaer Straße ein Mazda und kurz darauf, gegen halb vier, ein Peugeot am Wikingerufer. Die Ermittler vom Staatssschutz gehen derzeit von ein bis drei Tätern aus. Innensenator Erhard Körting sagte gestern, dass vermutlich die Brandstiftungen aus Frankreich „nachgeahmt“ wurden. „Das sind trotzdem keine Parallelen zu der Situation in Frankreich“, betonte Körting. Im Innenausschuss kritisierte der Senator die jüngsten Aussagen in der Öffentlichkeit, wie „Das haben wir in ein paar Jahren hier auch“ als „relativ fahrlässig“. Der SPD-Politiker nannte namentlich Brandenburgs Innenminister Schönbohm, Bischof Huber, den Neuköllner SPD-Bürgermeister Buschkowsky. Körting betonte, dass derartige Äußerungen von den Tätern als „Entschuldigungsmuster“ missbraucht werden könnten. „Ich maße mir keine Bewertung der französischen Verhältnisse an“, sagte Körting. Es gebe hier keinen „Aufstand der Ausgegrenzten“. Leitende Polizeibeamte sprachen gestern von „einer totalen Überreaktion der Politik“. Es sei nicht das erste Mal, dass fünf Autos in einer Nacht angesteckt wurden. Körting sagte, er trete für eine „Kultur des Dialogs“ ein, die alle Parteien unterstütze. Der Innensenator selbst besucht regelmäßig Moscheen und setzt auf deutsch-türkischen Austausch. Er sei davon überzeugt, dass sich generell mehr Politiker aktiv um Gespräche mit Migrantengruppen bemühen sollten. Sanktionen, wie sie zum Beispiel Buschkowsky fordert, würden nichts bringen. „Jede Überzeugung ist besser als administrative Zwänge“, sagte Körting. Jede Fachverwaltung müsse sich um Integration von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund bemühen, so Körting. 2006 werden erstmals wieder 200 Auszubildende im Polizeidienst eingestellt. Davon könnten etwa 60 Bewerber ausgesucht werden, die bilingual aufgewachsen sind. „Integration funktioniert besser, als viele behaupten“, ist er überzeugt. Ha, sib
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