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Stillleben wie "Birnen und Sperber" von Frank Gaudlitz sind ab Juli in Potsdam zu sehen.
© Frank Gaudlitz

Kulturland Brandenburg 2022: Märkische Lebenskunst für Genießer

Beim Themenjahr „Lebenskunst“ tischt das Kulturland Brandenburg nach den Corona-Einschränkungen Genüsse für alle Sinne auf.

Potsdam - Ein Sperber füttert kopfüber ein Nest junger Birnen. Eine Schwanenfeder legt sich sanft auf die Köpfe einiger Spargelstangen und ein Wirsingkopf thront auf einem formidablen, barthaarigen Wels. Der Potsdamer Fotograf Frank Gaudlitz hat Stillleben der Tier- und Pflanzenwelt Brandenburgs erschaffen, die den Betrachter mindestens zweimal hinschauen lassen. Das Alltägliche anders arrangiert und kombiniert wird zur Kunst. „Wels und Wirsing“ heißt die Gaudlitz-Ausstellung, die das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Gesichte (HBPG) vom vom 1. Juli bis zum 28. August zeigt. Die Bilderschau in Potsdam ist einer der Höhepunkt des Brandenburger Kulturland-Jahres 2022, das unter dem Motto „Lebenskunst“ steht. 

Neues Foodfestival in Werder (Havel) 

Seit 1998 lässt sich Brandenburg jährlich unter einem bestimmten Thema kulturell erleben. Nach der „Industriekultur“ im Vorjahr widme man sich in diesem Jahr dem Dolce Vita, für das Brandenburg fälschlicherweise nicht unbedingt bekannt sei, so Katja Melzer, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte, die für das Themenjahr verantwortlich zeichnet. Nach zwei Jahren Pandemie sei der Hunger auf Kultur groß, machte Kulturministerin Manja Schüle (SPD) am Montag im HBPG das Themenjahr schmackhaft. „Brandenburg ist ein Land für Genussmenschen.“ Das ist beim diesjährigen Kulturland-Programm wörtlich zu nehmen. Nicht nur köstliche Gaudlitz-Bilder gibt es zu erleben, sondern auch Brandenburger Kulinarik zum Reinbeißen. Am 8. Oktober etwa lockt das neue Foodfestival Werder „Vom Acker auf den Teller“ in die Blütenstadt. Neben einer essbaren Ausstellung um Produkte innovativer Betriebe aus der Region bietet der Ernährungsrat Brandenburg Informationen zu ökologischer Ernährung oder regenerativer Landwirtschaft, Agroforst, Permakultur und nachhaltigen Verpackungsmaterialien. 

Lesungen im Apfelhain 

Bereits am 17. September erfahren Besucher beim Müncheberger Obstgartenfestival alles über Rotgestreifte Gelbe Schafsnase, Winterbananen oder Hesselmanns Schlotterapfel. Die Obstbau-Versuchsstation in Müncheberg (Märkisch-Oderland) präsentiert die größten Apfelsorten-Sammlung Deutschlands, aber auch Lyrik unter Obstbäumen, Lesungen im Apfelhain oder Theater auf der Kirschplantage – „Lebenskunst“ für alle Sinne. 

Der Versorgung in Kriegszeiten – heute wieder ein erschreckend aktuelles Thema – widmet sich das Museum des Teltow in Zossen ab September aus historischer Perspektive bei der Ausstellung „Fourage – Was aßen die Soldaten?“ Erstmals wird das Themenjahr ressortübergreifend von Kultur-, Infrastruktur- und Agrarministerium mit insgesamt mehr als 420 000 Euro unterstützt. Dabei stehen laut Infrastrukturminister Guido Beermann (CDU) ländliche Landesteile im Vordergrund. Die Corona-Pandemie habe das Potenzial kleinerer Städte als „Lebensräume der Zukunft“ gezeigt. Insgesamt 50 Projektpartner – so viele wie noch nie – beteiligen sich am Jahr der märkischen Lebenskunst. 

Eröffnung auf dem Laga-Gelände 

Eröffnet wird das Themenjahr am 20. Mai auf dem Gelände der Landesgartenschau (Laga) in Beelitz, die passenderweise ein „Gartenfest für alle Sinne“ sein will und, so Laga-Geschäftsführerin Marina Ringel, mit einem sieben Tage pro Woche geöffneten Regionalmarkt und Sommerküchen mit Livekochshows die Verschränkung von Kunst, Kultur und Kulinarik schon vormache. Auch Überlebenskünstler sind laut Themenjahr-Programmchef Christian Müller-Lorenz bei der Eröffnung zu erleben: Die 20 besten Songwriter Brandenburgs treten zu einem musikalischen Wettstreit an, das Publikum kann anschließend über die „Voice auf Brandenburg“ abstimmen. 
Einen hochprozentigen Kulturtipp, der das ganze Jahr über seine Wirkung entfalten kann, hat Ministerin Schüle noch auf Lager: Sie schwört auf Schnaps aus Teltower Rübchen. 

Ausführliches Programm unter www.kulturland-brandenburg.de

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