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Blackout in Berlin: Vorerst keine Notunterkünfte in Potsdam geplant
Der Stromausfall in Berlin wegen eines Brandanschlags beschäftigt auch das Umland. Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf richten Notunterkünfte ein. Bei der S-Bahn entspannt sich die Lage.
Stand:
Der Stromausfall im Südwesten Berlins nach einem Brandanschlag beschäftigt auch Potsdam und das Umland. In Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf werden mittlerweile Notunterkünfte für die vom Strom- und Heizungsausfall betroffenen Berliner eingerichtet.
In Potsdam ist das aktuell nicht geplant, wie eine Stadtsprecherin am Montag auf Anfrage der Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) mitteilte: „Entsprechende Anfragen aus Berlin liegen ebenfalls nicht vor.“ Auch zu anderen Möglichkeiten der Unterstützung lägen derzeit „keine Anforderungen seitens des Stabes des Landes Berlin vor“, so die Sprecherin. Sollten Anfragen eingehen, würden diese „auf Umsetzbarkeit geprüft und ein entsprechendes Unterstützungsangebot offeriert“.
Teltow war bereits am Sonntag aktiv geworden und hatte eine Notunterkunft in der Sporthalle in der Albert-Wiebach-Straße 4 mit Platz für bis zu 100 Personen eingerichtet. Notfalls könne man insgesamt 300 Menschen vorübergehend in städtischen Einrichtungen unterbringen, hieß es aus dem dortigen Rathaus. Zuvor hatte ein Krisenstab getagt, an dem neben Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) auch Teltows Stadtchef Thomas Schmidt (SPD) teilnahm.
Auch Kleinmachnow hilft. Man habe im Rathaus im Adolf-Grimme-Ring 10 eine Notunterkunft mit 100 Feldbetten eingerichtet, teilte die Gemeinde am Sonntagabend mit. Das private Biothera Gesundheitszentrum bietet ebenfalls offene Türen für Blackout-Betroffene an. Zudem können sie in der Bio-Company-Filiale in der Förster-Funke-Allee 103 kostenfrei ihre Handys laden und sich mit Tee aufwärmen.
Stahnsdorf bietet zunächst bis zu 15 Notunterkunftsplätze am Dorfplatz 2 an, wie die Gemeinde am Montag mitteilte. „Die Witterungsbedingungen stellen alle Beteiligten vor enorme Herausforderungen, sei es bei der Reparatur der beschädigten Kabel, oder bei den Bürgerinnen und Bürgern, bei denen in den Wohnungen allmählich eine kritische Temperatur herrscht. Wir wollen diese Not mit einem Beitrag lindern“, so Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger).
Herausforderungen für Pendler
Vor Herausforderungen standen am Montag auch Pendler zwischen Potsdam und Berlin. Wie berichtet kam es seit dem Wochenende zu erheblichen Störungen des S-Bahn- und Regionalverkehrs zwischen Potsdam und Berlin. Ein Stellwerk in Wannsee war vom Stromausfall betroffen.

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Zwar wurde am Montag der Verkehr auf den Linien RE1 und RE7 wieder aufgenommen – der RE 7 fuhr teils abweichend über Potsdam Hauptbahnhof, so dass Rehbrücke, Wilhelmshorst, Michendorf und Seddin nicht angefahren wurden. Auch die S7 kam mit ausgedünntem Takt ins Rollen.
Fahrgäste am Potsdamer Hauptbahnhof hatten es am Montagmorgen mit teils widersprüchlichen Informationen auf Anzeigen und in Apps zu tun. Dennoch war die Stimmung gegen 7.45 Uhr großenteils gelassen. „Ich versuche, von hier wegzukommen“, sagte ein Mann den PNN: „Ich hätte wohl früher losfahren sollen.“ Er sei auf dem Weg zur Arbeit nach Berlin. Eine Frau schaute am fast menschenleeren S-Bahn-Gleis auf die S-Bahn. 35 Minuten sollten es laut Anzeige sein bis zur Abfahrt. Einsteigen oder nicht? Sie wolle zur Arbeit nach Griebnitzsee, erklärt die 50-Jährige. „Es gibt auch einen Bus.“ Schwer nahm sie die Lage nicht: „So ist das Leben.“
Der Regionalverband des Deutschen Bahnkundenverbandes (DBV) hatte sich schon am Sonntag mit Kritik an der Informationspolitik rund um den Ersatzverkehr gemeldet. Am Potsdamer Hauptbahnhof habe jeglicher Hinweis auf den Abfahrtsort sowie Fahrzeiten der Busse gefehlt, so DBV-Regionalchef Karsten Müller. Gerade bei derart schweren Störungen müssen Fahrgastinformationen „zuverlässig und widerspruchsfrei sein“, mahnt der DBV.
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