
© Andreas Klaer
Hohenzollern-Ansprüche: Ein 23 Jahre alter Antrag
Die Hohenzollern sollen 1,2 Millionen für enteignete Immobilien kriegen – 1991 hatten sie das beantragt.
- Katharina Wiechers
- Thorsten Metzner
Stand:
Potsdam - 23 Jahre hat es gedauert, bis das Amt zur Regelung offener Vermögensfragen in Beeskow den Antrag bearbeitet hatte. Das ist eine lange Zeit, aber schließlich handelte es sich auch um einen besonders umfangreichen und brisanten Auftrag. Denn gestellt hatte den Antrag 1991 Louis Ferdinand Prinz von Preußen. Er wollte erreichen, dass die Hohenzollern für die Immobilien, die ihnen während der sowjetischen Besatzungszeit genommen wurden, eine Ausgleichszahlung erhalten – seit der Wiedervereinigung gibt es dafür einen eigenen Fonds beim Bund. Nun hat das Amt entschieden, dass Haus Hohenzollern gut 1,2 Millionen Euro daraus zustehen. Doch entschieden ist die Sache damit noch nicht.
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64 Schlösser, Villen und Ländereien inPotsdam und Brandenburg sind es, die die Hohenzollern nach dem Zweiten Weltkrieg entschädigungslos abtreten mussten (siehe Kasten). Darunter sind auch prominente Potsdamer Adressen wie etwa das Krongut Bornstedt, die Villa Liegnitz oder das Grundstück der früheren Matrosenstation Kongsnaes.
In dem nun bekannt gewordenen Entwurf der Behörde sind alle Liegenschaften einzeln aufgelistet. Das Amt ermittelte jahrelang, was genau enteignet wurde und wie viel die Immobilien zum Zeitpunkt der Enteignung wert waren. Gab es hierfür keine Dokumente mehr, musste der Wert neu berechnet werden.
Insgesamt waren die enteigneten Hohenzollern-Liegenschaften demnach 42,7 Millionen D-Mark wert. Davon soll das Haus aber nur fünf Prozent als Ausgleich zurückbekommen, nämlich die besagten 1,2 Millionen Euro. Diese Fünf-Prozent-Hürde gilt für alle enteigneten Vermögen, die die Grenze von drei Millionen Euro überschreiten. Bezahlt wird die Entschädigung beziehungsweise in dem Fall der Ausgleich aus einem speziellen Entschädigungsfonds des Bundes.
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