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Die Schäden an der Fassade des Landtages werden untersucht.
© Ottmar Winter PNN

Schäden an der Landtagsfassade: Langsame Ursachenforschung

Noch immer ist unklar, warum die Fassade des Potsdamer Landtags nur sieben Jahre nach Eröffnung bröckelt. Doch immerhin wird mittlerweile nach der Ursache gesucht.

Von Marco Zschieck

Potsdam - Gut zehn Monate nachdem im vergangenen Jahr Fassadenteile vom Landtag auf Fußwege fielen, könnte die Ursachenforschung bald einen wichtigen Schritt vorankommen. Wie die Landtagsverwaltung auf PNN-Anfrage mitteilte, sei ein Gutachter im Einvernehmen zwischen Landtagsverwaltung und Zech FM GmbH benannt und beauftragt worden. "Er hat seine Arbeit aufgenommen." Zech ist laut eigener Darstellung aus der BAM Immobilien Dienstleistungen hervorgegangen, deren Mutterkonzern BAM das Gebäude errichtet hatte. Am Montag waren denn auch Arbeiter auf einem Kran an der Fassade zu beobachten.

Ergebnisse der Begutachtung liegen bislang nicht vor. "Damit ist im Mai zu rechnen." Erst nach Vorliegen und Prüfung des Gutachtens könne beurteilt werden, welche Maßnahmen zur Beseitigung der Schäden in Frage kommen, wann die Arbeiten beginnen können und welche Kosten entstehen.

Wie berichtet waren Ende Juni 2021 an mehreren Stellen der Ost-, West- und Südfassade sowie an einer Stelle im Innenhof Risse und Abbrüche am Sandstein des Gesimses entdeckt worden. Die Stellen waren daraufhin gesichert und abgesperrt worden. Insgesamt soll es sieben schadhafte Stellen geben. Sie befinden sich in einer Höhe von 14 Metern. An zwei Stellen war wie berichtet Material abgebrochen und zu Boden gefallen. Um Gefahr für Passanten und Besucher zu vermeiden, waren die Stellen mit Netzen, Flatterband und Baugittern abgesperrt worden. 

Dach soll sich abgesenkt haben

Kürzlich hatte die Märkische Allgemeine berichtet, das Dach des Landtages müsse geöffnet werden. Das sei den Fraktionen in einem Schreiben der Landtagsverwaltung mitgeteilt worden. Das Dach habe sich demnach auf die vorgehängte Sandsteinfassade abgesenkt. 

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Kompliziert macht die Ursachenforschung offenbar die komplizierte Eigentumsstruktur. Zwar ist das Land Brandenburg Eigentümer des Gebäudes, das für 138,5 Millionen Euro in öffentlich-privater Partnerschaft mit dem Baukonzern BAM-ID errichtet wurde. Mäzen und SAP-Mitgründer Hasso Plattner steuerte 21,9 Millionen Euro für die Schlossfassade und das Kupferdach bei. Doch bis Ende 2043 zahlt das Land Miete, im Gegenzug war die BAM-ID für Instandhaltung und Instandsetzung verantwortlich.

Im Oktober hatte der Konzern eine Anfrage der PNN zum Zeitplan für die Begutachtung und die Reparatur unbeantwortet gelassen. Wenig später wurde bekannt, dass die Bremer Zech Gruppe die Deutschlandtochter des niederländischen Bauriesen BAM übernehme. Das Zech Facility Management ist in Stuttgart angesiedelt. Auf seiner Webseite wirbt es mit einem Foto des Landtagsgebäudes und dem Slogan: "Lebenszykluskosten sind zentrale Stellgrößen wirtschaftlicher Lösungen."

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