
© Andreas Klaer PNN/Andreas Klaer
Nach der Sturmwarnung blieben viele zu Hause: Tief „Elli“ zieht an Potsdam vorbei – Feuerwehr „rettet“ Person aus dem Wasser
Eisiges Winterwetter, aber keine Gefahr: Sturmtief „Elli“ zog an Potsdam vorbei, das Chaos blieb aus. Die Feuerwehr bereitet sich auf Einsätze an zugefrorenen Gewässern vor.
Stand:
Das Tiefdruckgebiet „Elli“ hat Potsdam am Freitag verschont. Das Unwetter zog vorbei, es kam lediglich zu Schneefällen und starkem, sehr eisigem Ostwind, aber nicht zu lebensbedrohlichen Schneestürmen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte eine entsprechende Warnung bereits am Freitagmorgen wieder aufgehoben. Von den „schlimmsten Befürchtungen“ blieben Berlin und Brandenburg verschont, sagte ein Sprecher des DWD. „Wir sehen keine Gefahr für Leib und Leben.“
Viele Potsdamer waren der Warnung gefolgt und am Freitag zu Hause geblieben. Im Berufsverkehr blieb es am Morgen auffällig ruhig: leere Straßen, Busse und Straßenbahnen. Auch in vielen Geschäften war kaum etwas los.
Die Feuerwehr, die sich auf zahlreiche Einsätze eingestellt hatte, meldete am Mittag lediglich kleinere Auffahrunfälle. Nach Angaben der Polizeidirektion West gab es bis zum Nachmittag in Potsdam vier Unfälle mit kleineren Blechschäden. Der Rettungsdienst hatte hingegen mehr zu tun, weil Fußgänger auf eisglatten Gehwegen ausgerutscht waren und sich leicht verletzt hatten.

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Rettungsübung der Potsdamer Feuerwehr
Die Feuerwehr nutzte die Kälte und das vergleichsweise geringe Alarmierungsaufkommen, um das Retten einer auf dem Eis eingebrochenen Person zu üben. An der Slipanlage der Wehr an der Holzmarktstraße gingen zwei Feuerwehrleute in Trockenanzügen auf das dünne Eis der Havel, um dann einzubrechen und per Rettungsschlitten aus dem Wasser geholt zu werden.

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„Nach drei Minuten wird ein Mensch bei einer Wassertemperatur knapp über 0 Grad bewusstlos“, sagte Gruppenführer Dominique Greiner. Eine bewusstlose Person könne aber auch nach maximal 20 Minuten noch reanimiert werden. Fünf der insgesamt 15 Feuerwehrleute in der Grundausbildung waren bei der Übung dabei. Der Schlitten, mit dem die Retter über das Eis glitten, kann im Wasser auch wie ein Kanu genutzt werden. Mit an Bord waren Werkzeuge wie Einreißhaken und Seile. Die Feuerwehr rät weiterhin davon ab, vereiste Wasserflächen zu betreten, weil die Gefahr des Einbrechens bestehe.

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Insgesamt 44 Fahrzeuge des Winterdienstes und 100 Mitarbeiter waren in zwei je zehnstündigen Schichten überall in der Stadt unterwegs, hatten aber deutlich weniger zu tun als erwartet. Die wichtigsten Verkehrsachsen seien geräumt, teilte das Rathaus am Nachmittag mit. Busse und Straßenbahnen konnten stadtweit planmäßig fahren.
Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) bedankte sich am Freitagnachmittag bei allen Einsatzkräften für ihre Bereitschaft sowie „ausdrücklich auch bei den Bürgerinnen und Bürgern für ihr vorsorgliches und umsichtiges Verhalten“. Das Rathaus riet, auch weiterhin die Wetterlage und die Auskünfte des Deutschen Wetterdienstes im Blick zu haben.
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