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Ein Beispiel für teures Wohnen in Potsdam: Die exklusive Anlage am Glienicker Horn.

© Manfred Thomas

Von Michael Erbach: Potsdam teuerstes Pflaster im Osten

Trotz Krise weiter steigende Immobilien- und Grundstückspreise / Auch Ladenmieten ziehen weiter an

Stand:

Ob Grundstücke oder Mieten: Wohnen in Potsdam ist weiterhin teurer als in allen anderen kreisfreien Städten der neuen Länder – trotz der Krise. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Analyse „Immobilienmarkt Ostdeutschland 2009“ der bundeseigenen TLG Immobilien. Wie Jörg R. Lammersen, Leiter der Niederlassung Berlin/Brandenburg der TLG Immobilien, am gestrigen Freitag mitteilte, würden die Preise „in einigen Segmenten des Immobilienmarktes in der brandenburgischen Landeshauptstadt sogar weiter steigen, trotz der derzeit schwierigen Rahmenbedingungen“.

So müsse in Potsdam für eine Neubauwohnung bis zu 10,50 Euro Miete pro Quadratmeter gezahlt werden, als zweitteuerstes Pflaster folge Dresden mit bis zu 8,20 Euro. Steigende Tendenz verzeichneten im vergangenen Jahr laut TLG auch die Bodenpreise in Potsdam. So kosteten Wohnungsbaugrundstücke in mittleren Lagen 110 bis 185 Euro je Quadratmeter und somit „im Schnitt noch etwas mehr als bei der letzten Erhebung“. In Dresden beispielsweise reiche die Preisspanne in mittleren Lagen bis 150 Euro je Quadratmeter.

In sehr guten Lagen sei die Preisentwicklung in Potsdam „noch deutlicher, obwohl die Spitzenpreise hier bereits 2008 so hoch waren wie keiner anderen Stadt in Ostdeutschland mit Ausnahme Berlins“. In den sehr guten Lagen kostet der Quadratmeter Grund und Boden laut TLG-Bericht für Wohnbauprojekte nunmehr 180 bis 550 Euro. Vor einem Jahr endete die Preisspanne bei 500 Euro. Frei stehende Eigenheime kosten laut TLG mittlerweile 160 000 bis 500 000 Euro – vor einem Jahr waren es zwischen 160 000 und 470 000 Euro.

Im gewerblichen Bereich gab es laut TLG Immobilien in Potsdam „keine so deutlichen Preissteigerungen wie bei Wohnimmobilien“. Doch auch hier gingen, neben vielen stabilen Preisentwicklungen, die Preise in einigen Bereichen weiter nach oben. So wurden beispielsweise gewerbliche Bauflächen teurer: Sie kosten derzeit zwischen 35 und 150 Euro je Quadratmeter – vor einem Jahr habe der Spitzenwert noch bei 145 Euro gelegen, heißt es im TLG-Immobilienmarktbericht. Eine Steigerung sei auch bei den Einzelhandelsmieten für kleinere Flächen in guter Lage innerhalb geschlossener Wohnquartiere oder in Stadtteilzentren zu beobachten. Hier seien jetzt bis zu 13 Euro je Quadratmeter zu zahlen – vor einem Jahr waren es noch elf Euro.

Der Immobilienmarkt profitiere davon, „dass Potsdam ausgesprochen gefragt sei“, heißt es bei der TLG Immobilien. Die Stadt punkte dabei mit ihrer Beliebtheit. So stieg die Einwohnerzahl seit dem Jahr 2000 um rund 12 000 Menschen. Zudem sei die Arbeitslosenquote mit derzeit etwa acht Prozent so niedrig wie in keiner anderen kreisfreien Stadt Ostdeutschlands, hieß es. Außerdem habe Potsdam eine „gute Wirtschaftsstruktur“ mit vielen Arbeitsplätzen im Hochtechnologiebereich, eine gute Infrastruktur und Sozialstruktur, verfüge die Stadt über eine hohe Kaufkraft und biete eine hohe Lebensqualität. Lammersen: „Und die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Markt weiterhin gut entwickelt und überproportional von einem nächsten konjunkturellen Aufschwung profitieren wird, ist hoch.“ Denn die Rahmenbedingungen für Investitionen seien in Potsdam unverändert gut.

Michael Erbach

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