Landeshauptstadt: Preis für das Thalia-Kino
Medienboard zeichnet 38 Kinos für ihr Programm aus – Preisverleihung erstmals in Babelsberg
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Zum 14. Mal in Folge wurden am gestrigen Dienstag die Kinoprogrammpreise für Brandenburg und Berlin vergeben – und erneut war das Thalia Arthouse Kino in Babelsberg unter den Preisträgern. Über das höchstmögliche Preisgeld von 12 000 Euro konnte sich das Team um Kinochef Thomas Bastian freuen. „Der Preis ist Lob und Anerkennung für das, was man an Arbeit geleistet hat“, sagte Bastian den PNN. Die fünfköpfige Jury aus Branchenvertretern lobte das Babelsberger Kino in diesem Jahr für den „stärkeren Akzent auf der Filmkunst“ und einen „konzeptionell deutlichen Gegenentwurf zum Multiplexkino“: „So ein ganzheitliches Kino wie das Thalia ist in der Hauptstadtregion einmalig“, heißt es weiter in der Jury-Begründung.
Aber der Preis der Filmfördereinrichtung Medienboard Berlin-Brandenburg ging am Dienstag nicht nur an das Thalia, er wurde erstmals auch in dem Programmkino in der Rudolf-Breitscheid-Straße verliehen. Anlass dafür war das 100-jährige Jubiläum des Filmstandortes Babelsberg: Bekanntlich hatten im Februar 1912 die Dreharbeiten für den ersten Film im seinerzeit neuen Babelsberger Glas-Filmatelier begonnen – mit Asta Nielsens Auftritt in „Der Totentanz“ war der Grundstein für den Mythos Babelsberg gelegt.
Der gut halbstündige Stummfilm, den Studio Babelsberg für seinen Geburtstag vom Filmmuseum München hatte aufwendig restaurieren und digitalisieren lassen (PNN berichteten), wurde gestern auch gezeigt. Das Publikum – unter die vielen Kinobetreiber hatte sich auch die Babelsberger Kinoproduzentin Manuela Stehr („Schilf“, „Alles auf Zucker“) gemischt – bekam zudem einen Kurzfilm über Guido Seeber als „Entdecker“ des Filmstandorts präsentiert, den Schüler des Babelsberger Filmgymnasiums gedreht hatten. Die Geschichte der Traditionsstudios um Glanzfiguren wie Asta Nielsen oder Marlene Dietrich sei bis heute „ganz entscheidender Faktor“ dafür, dass deutsche und internationale Regisseure sich für Babelsberg entscheiden, sagte Studio-Babelsberg-Vorstand Christoph Fisser im Gespräch mit Moderator und Filmjournalist Knut Elstermann.
Neben dem Thalia-Kino wurden 37 weitere Programmkinos ausgezeichnet – 25 aus Berlin und mit dem Thalia insgesamt 13 aus dem Land Brandenburg. Beworben hatten sich den Angaben zufolge 57 Lichtspielhäuser. Als Preisgelder zahlte das Medienboard Berlin-Brandenburg insgesamt 269 000 Euro. Medienboard-Chefin Kirsten Niehuus dankte den Kinobetreibern für ihre Arbeit im zurückliegenden Jahr: Die Programmkinos hätten einen entscheidenden Anteil daran, dass auch scheinbar „schwierige“ Filme wie Andreas Dresens Krebs-Drama „Halt auf freier Strecke“ oder Christian Petzolds DDR-Drama „Barbara“ ein Publikum fänden, betonte sie. jaha
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