
© Andreas Klaer
Landeshauptstadt: Pro Potsdam als Häuslebauer
Nach jahrelangem Stillstand sollen 26 Reihenhäuser im Bornstedter Feld zum Jahresbeginn fertig sein
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Bornstedter Feld - Premiere für die Pro Potsdam: Das kommunale Immobilienunternehmen feierte am gestrigen Donnerstag zum ersten Mal ein Richtfest für Reihenhäuser. 26 Stück entstehen derzeit in der Bruno-Taut-Straße hinter den Roten Kasernen. Nur zehn Wochen nach dem Baubeginn stehen alle Gebäude im Rohbau. Bei wenigen fehlen noch die Giebelwände, bei anderen ist sogar der Dachstuhl schon fertig. Pro-Potsdam-Geschäftsführer Horst Müller-Zinsius lobte die schnelle Arbeit des Generalunternehmers NCC. Schnelles Bauen sei auch ein Vorteil für die Nachbarn, die auf diese Weise weniger Lärm aushalten müssten, sagte Müller-Zinsius.
Insgesamt werden für das „An der Vogelweide“ genannte Projekt 7,26 Millionen Euro investiert. Die 26 Reihenhäuser auf einem Grundstück hinter den Roten Kasernen an der Nedlitzer Straße haben je vier Zimmer und einen ausbaubaren Dachstuhl. Bei vier Häusern wird der Dachstuhl in Absprache mit den künftigen Mietern bereits jetzt ausgebaut. 18 Häuser haben eine Wohnfläche von 115 Quadratmetern, acht weitere sind etwa 125 Quadratmeter groß. Dazu kommt eine 18 Quadratmeter große Terrasse an jedem Haus.
Mit den Reihenhäusern schließe die Pro Potsdam eine Nachfragelücke, so Müller-Zinsius. Die scheint es tatsächlich zu geben. „Kein Wunder: Die Häuser sind wunderbar zwischen Jungfernsee und Volkspark gelegen“, sagte Müller-Zinsius. Außerdem sei das Wohnen „An der Vogelweide“ bezahlbar. Für um die neun und zehn Euro pro Quadratmeter werden die Reihenhäuser vermietet. Anfangs hatte die städtische Immobilienholding noch überlegt, ob die Häuser nicht doch verkauft werden. Da die Nachfrage aber von Anfang an sehr groß gewesen sei, habe man sich für die Vermietung entschieden.
Reihenhäuser sollen allerdings auch künftig kein Schwerpunkt bei den Neubauten der Pro Potsdam werden, so Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). „Das Projekt zeigt aber, dass die Pro Potsdam keine Neubauten nach Schema F baut“, sagte Jakobs. Die Reihenhäuser seien ein Angebot an junge Familien, die im Grünen wohnen wollen. Um das Potenzial für ausreichend Wohnungen in Potsdam zu nutzen, müssten auch Lücken bebaut werden.
Eigentlich sollten in der Bruno-Taut-Straße schon seit Jahren Häuser stehen. Bereits vor zehn Jahren habe der Entwicklungsträger Bornstedter Feld auf dem Gelände den Bau von Reihenhäusern geplant. Doch für das Projekt fanden sich nur wenige private Investoren. Nur eine Handvoll Häuser wurde am Ende der Straße gebaut. Dann passierte erst mal nichts. Im vergangenen Jahr entschied sich dann die Pro Potsdam, das Projekt in Eigenregie durchzuziehen. „Sonst hätte das Grundstück noch länger brach gelegen“, sagte Jakobs.
Mit den Reihenhäusern „An der Vogelweide“ wurde das Richtfest für die 308. der bis zum Jahr 2019 insgesamt geplanten 1 000 Wohnungen aus dem Neubauprogramm der Pro Potsdam gefeiert. Und weitere Wohnungen werden derzeit ganz in der Nähe gebaut: An der Viereckremise entsteht ein Neubau mit 30 Einzimmerappartements für das Wohnprojekt Montevini. In der Wohnstätte, die derzeit in der Weinbergstraße beheimatet ist, sollen chronisch psychisch Erkrankte unterkommen. An der Georg-Herrman-Allee werden bis zum Sommer 2015 zwischen Volkspark und Fachhochschule 76 neue Wohnungen gebaut. Das Neubauprogramm der Pro Potsdam war 2011 begonnen worden, um der ungebrochenen Nachfrage nach Mietwohnungen gerecht zu werden. Wegen der dafür nötigen Investitionen kann das kommunale Unternehmen trotz Millionengewinnen auf dem Papier kein Geld an den städtischen Haushalt abführen.
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