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Landeshauptstadt: Speisekarte im Schulheft

BBW gewinnt Landes- jugendmeisterschaften

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Am Stern – Die Schiefertafel fand Manfred Stolpe besonders gut: „Elli ist doof“ stand darauf gekritzelt. Ob es in Stolpes Schulzeit eine Elli gegeben hat? Die Dekoration von Christiane Kraus gefiel dem Ex-Ministerpräsidenten jedenfalls so sehr, dass er sich zum Essen an ihren Tisch setzte. Aber nicht nur Stolpe war von ihrer Tischdeko zum Thema „Schule“ überzeugt. Kraus, die am Berufsbildungswerk im Oberlinhaus (BBW) lernt, räumte damit bei den Brandenburger Jugendlandesmeisterschaften der Beiköche und Helfer im Gastgewerbe jüngst den ersten Platz ab. Der Pokal, der Anfang November in Brandenburg an der Havel zum siebenten Mal vergeben wurde, ging damit bereits zum dritten Mal ans BBW.

„Überrascht“ vom Titelgewinn, wie Kraus selbst es war, seien ihre Kollegen am BBW nicht gewesen. Dass sie den Wanderpokal wieder in die Steinstraße holen würde, davon waren sie vorher überzeugt, erinnert sich die 21-Jährige. Seit drei Jahren lernt die Brandenburgerin in Potsdam und pendelt jeden Morgen.

„Es macht mir Spaß, mit Leuten zu arbeiten“, schwärmt die Auszubildende. Dabei war ihr Traumberuf eigentlich Friseurin, verrät sie. Daraus wurde aufgrund ihrer Bluter-Krankheit allerdings nichts. „Man muss wissen, wo seine Grenzen sind“, kommentiert sie schulterzuckend. Am Kellnern hat die Brandenburgerin mittlerweile Geschmack gefunden. Denn kreativ arbeiten könne sie dabei auch. Drei Wochen bereitete sie sich für den Landesjugendwettbewerb vor, erzählt Kraus. Das Thema „Schule“ war die Vorgabe: Neben der Schiefertafel benutzte Kraus unter anderem Bleistifte, Reagenzgläser und ein Mikroskop als Tafelschmuck. In alten Schulheften konnten die fünf Juroren und die Gäste die Menüfolge nachlesen. Die Servietten faltete sie passend dazu in „Zuckertütenform“. Bei der Tischgestaltung habe sie über „Schule früher und heute“ nachgedacht, erklärt Kraus. Mit ihrer Kreation und dem „Verkaufsgespräch“, bei dem sie ihren Gästen zum Beispiel den servierten Wein erklärte, sowie einer theoretischen Prüfung setzte sich die Brandenburgerin gegen sechs Konkurrenten durch.

Im Mai 2007 will Kraus ihre Abschlussprüfung ablegen. Wenn es nach ihr geht, bleibt sie dann aber noch ein Jahr länger am BBW: Denn sie möchte sich zur Fachkraft im Gastgewerbe weiter spezialisieren, erzählt sie.

Von den insgesamt fast 700 Auszubildenden des BBW lernen momentan zwölf Jugendliche im Bereich Gastgewerbe, so Ausbilder Guntram Kreißl. Die künftigen Kellner arbeiten während der Ausbildung auch in der Praxis. So übernehmen sie zum Beispiel traditionell das Catering im Ministerium für Arbeit und Soziales beim jährlichen Tag der offenen Tür der Bundesregierung, erzählt Kreißl. Den nächsten Termin in Berlin gibt es am 1. Dezember: Eine Veranstaltung der Kaiserswerther Diakonie im Französischen Dom mit 200 Gästen. Jana Haase

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