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Studentische Hilfskräfte sind armutsgefährdet: Streik an Potsdams Hochschulen für mehr Lohn
Studentische Hilfskräfte kämpfen für einen Tarifvertrag an deutschen Hochschulen. Vor den Verhandlungen in Potsdam rufen Angehörige der Potsdamer Hochschulen zum Streik auf.
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In Brandenburg arbeiten 3000 studentische Hilfskräfte an den Hochschulen unter schlechten Bedingungen. Zusammen mit den Gewerkschaften GEW und Verdi fordern sie unter anderem einen Tariflohn. Vor den nächsten Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über einen Tarifvertrag für die bundesweit 300.000 Beschäftigten in Potsdam wollen Potsdams Hilfskräfte am Donnerstag ab 11.30 Uhr vor dem Rechenzentrum in der Dortustraße streiken. Dazu ruft die Initiative „TVStudBrandenburg“ zusammen mit den beiden Gewerkschaften auf.
„Studentische Beschäftigte arbeiten unter Bedingungen, die sich die meisten anderen Arbeitnehmer:innen nicht einmal vorstellen können“, sagt Marcel Tobolski, studentisch beschäftigt an der Universität Potsdam und Vorstandsmitglied des GEW-Kreisverbandes Potsdam. Studentisch Beschäftigte erhielten lediglich Ein-Jahresverträge, Tutoren nun sechsmonatige Verträge. Arbeitsgerät werde nicht zur Verfügung gestellt. Dazu kämen häufig unbezahlte Arbeit, wenig Grundgehalt sowie der grundsätzliche Ausschluss aus allen tariflich geregelten Sonderzahlungen wie zum Beispiel Inflationsbonus, Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld. „Das alles könnte ein Tarifvertrag verbessern“, so Tobolski.
Gefordert werden eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten und ein Mindeststundenumfang von 40 Stunden pro Woche, ein Stundengehalt von mindestens 17 Euro im ersten, 18 Euro ab dem zweiten und 19 Euro ab dem dritten Jahr.
„Unsere Arbeitgeber nutzen oft schamlos aus, dass studentische Beschäftigte meist Arbeitnehmer mit wenig oder keiner Arbeitserfahrung sind“, sagt Kaya Regnery, studentische Beschäftigte an der Universität Potsdam. Diese Beschäftigtengruppe werde systematisch benachteiligt. Die Initiative sei bereit, für den Tarifvertrag zu kämpfen.
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