
© Andreas Klaer
Von Jana Haase: Taxipreise sollen steigen
Preiserhöhung von 21 Prozent / Taxiverband: Mehrkosten für Versicherung, Diesel und neue Ortsteile
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Innenstadt - Taxifahren in Potsdam könnte schon ab Mai deutlich mehr kosten: Der gefahrene Kilometer soll künftig 35 Cent teurer werden und kostet dann 1,60 Euro, am Wochenende und nach 22 Uhr 1,70 Euro. Gleichzeitig soll die Grundgebühr um einen Euro auf 3,50 Euro steigen. Einen entsprechenden Antrag will die Verwaltung morgen den Stadtverordneten vorlegen. Sozialbeigeordnete Elona Müller (parteilos) rechnet mit einer Zustimmung frühestens im April, die Tariferhöhungen könnten ab Mai in Kraft treten.
Im Durchschnitt um 21 Prozent würden dann die Fahrtkosten für Kunden in den 193 Potsdamer Taxis steigen. Im Vergleich mit 13 von der Verwaltung ausgewählten anderen Städten hat Potsdam nach der Tarifumstellung die höchste Grundgebühr, der Kilometerpreis liegt auf Platz fünf. Die Landeshauptstadt wird damit auch teurer als das benachbarte Berlin, wo der Kilometerpreis seit 2007 für die ersten sieben Kilometer bei 1,58 Euro, danach bei 1,20 liegt und der Grundpreis drei Euro beträgt.
Grund für die geplante Preiserhöhung seien gestiegene Kosten für Anschaffung, Versicherung, Wartung und Kraftstoff, erklärte Ralf Günther vom Taxiverband Berlin Brandenburg e.V. gestern vor Journalisten. Der Taxiverband, dem 90 der insgesamt 115 Potsdamer Taxiunternehmer angehören, hatte die Preiserhöhung bereits im April 2008 bei der Verwaltung beantragt. Weil Taxis als „Ergänzungsangebot zum Öffentlichen Personennahverkehr“ gelten, müssen die Tarife vom Stadtparlament beschlossen werden.
Die letzte Änderung gab es im Dezember 2004. Seitdem sei allein der Dieselpreis um 27,9 Prozent gestiegen. Die Versicherungsprämien hätten sich im gleichen Zeitraum fast verdoppelt. Auch die Eingemeindung der neuen Ortsteile wirke sich auf die Taxi-Umsätze aus: „Potsdam ist weitläufig“, sagt Günther. So gebe es lange Anfahrtswege, etwa nach Groß Glienicke, wo jedoch nur kurze Strecken gefahren würden – zum Beispiel vom Gasthaus zur Wohnung. Der Taxiverband hatte deshalb für eine Zonenlösung mit höherem Grundpreis für die neuen Ortsteile plädiert, so Günther. Den Vorschlag lehnte die Verwaltung ab.
Dass eine Tariferhöhung ausgerechnet in Zeiten fallender Benzinpreise falsch ankommen könnte, glaubt Günther nicht: „Wir wollen eine gewisse Konstanz gegenüber dem Kunden wahren“, sagt er und spricht sich gegen jährliche Preisanpassungen aus.
Die Wirtschaftskrise habe sich bisher nicht bei der Nachfrage bemerkbar gemacht, so Günther. Die 193 Potsdamer Taxis – die Zahl sei seit zehn Jahren etwa konstant – würden mit „leicht steigender Tendenz“ genutzt. Im Jahr 2008 habe es erstmals mehr als 200 000 Taxikunden gegeben. Auch 2009 sei bisher „kein Rückgang“ zu verzeichnen.
Ralf Günther führt das auch auf die neu gestartete Qualitätsinitiative der Potsdamer Taxigenossenschaft zurück: Bisher tragen etwa 40 Taxis die Marke „Qualitätstaxi“. Sie müssen dafür festgelegten Standards in Sachen Kleidung, Sauberkeit und Serviceleistungen entsprechen – und fahren ohne Zusatzkosten.
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