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Potsdamer Vereine stellen sich vor: Die Wirtschaftsjunioren bringen junge Unternehmer zusammen
Sie wollen eine „ starke, innovative und sozial verantwortliche Wirtschaftsregion“: Die Wirtschaftsjunioren verbinden ehrenamtlich lokale Unternehmen, Startups, Verwaltung und Zivilgesellschaft.
Stand:
Vereine sorgen für gesellschaftlichen Zusammenhalt, prägen in ihrer Vielfalt das Gesicht einer Stadt. Vereine integrieren, sind ein Mittel gegen Einsamkeit und Anonymität. Sie fördern das Miteinander, das Wir. Um der Bedeutung von Vereinen auch in Potsdam gerecht zu werden, stellen die Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) die Aktiven in der Serie „Vereinsmeierei“ vor.
Heute: Wirtschaftsjunioren Potsdam e.V.. Die Fragen beantwortete Henry Theeßen, stellvertretender Kreissprecher der Potsdamer Wirtschaftsjunioren.
Was sollten Potsdamerinnen und Potsdamer über Ihren Verein wissen?
Die Wirtschaftsjunioren Potsdam e. V. sind das Netzwerk der jungen Wirtschaft in der Landeshauptstadt. Engagierte Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungskräfte bis 40 Jahre arbeiten ehrenamtlich an Projekten für eine starke, innovative und sozial verantwortliche Wirtschaftsregion. Der Verein verbindet lokale Unternehmen, Startups, Verwaltung und Zivilgesellschaft, fördert unternehmerische Bildung und schafft Formate, in denen Ideen schnell zu sichtbaren Ergebnissen werden. Als Teil des bundesweiten Juniorenverbands öffnen wir unseren Mitgliedern Türen zu Know-how, Mentoring und Kooperationen weit über Potsdam hinaus.

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Warum ist die Arbeit Ihres Vereins bedeutsam?
Weil sie Brücken baut, die sonst oft fehlen. Junge Wirtschaft benötigt Austausch, Orientierung und Einflussmöglichkeiten, um gute Rahmenbedingungen für Gründung, Wachstum und Fachkräfteentwicklung zu gestalten. Unsere Projekte bringen Entscheiderinnen und Entscheider an einen Tisch, stärken Führungskompetenzen, geben der Wirtschaft von morgen eine hörbare Stimme und übersetzen gesellschaftliche Verantwortung in konkretes Handeln, etwa durch Bildungsinitiativen, Berufsorientierung und Dialogformate. Besonders bedeutsam ist dabei unsere enge Partnerschaft mit der IHK Potsdam, die nicht nur organisatorische Heimat bietet, sondern auch strategische Verbindung zu Unternehmen, Kammerarbeit und politischer Interessenvertretung.
Welches Vorurteil über Ihren Verein stimmt nicht?
Dass wir ein geschlossener Zirkel für Visitenkartentausch wären. In Wahrheit steht der praktische Nutzen im Mittelpunkt, die Türen sind für Gäste offen und der Mehrwert entsteht durch Umsetzung. Wer sich einbringt, übernimmt Verantwortung in Projekten, organisiert Veranstaltungen, begleitet Jugendliche auf dem Weg in Ausbildung und Selbstständigkeit und gestaltet mit messbaren Ergebnissen. Netzwerk ist bei uns kein Selbstzweck, sondern Mittel, um Wirkung für Stadt und Region zu erzielen.
Was ist Ihr größter Vereinserfolg?
Im Jahr 2024 haben wir die Mitteldeutsche Regionalkonferenz in Potsdam ausgerichtet, mit 450 Teilnehmenden aus ganz Deutschland, darunter auch einige internationale Gäste. Die Konferenz hat die Leistungsfähigkeit unseres Ehrenamts gezeigt und Potsdam als Wirtschaftsstandort überregional positioniert, von inhaltlichen Programmpunkten bis zur Gastfreundschaft der lokalen Partner. Im selben Jahr wurden wir als aktivster Kreis ausgezeichnet, ein starkes Signal für nachhaltiges Engagement, hohe Veranstaltungsdichte und die Qualität unserer Projekte.
Von welchem gemeinsamen Erlebnis spricht man in Ihrem Verein noch heute?
Wir haben 2006 zum ersten Mal an den Potsdamer Wasserspielen an mehreren Läufen teilgenommen. Wir hatten wochenlang trainiert und vormittags, beim „Rennen der Betriebe“, haben wir völlig versagt und sogar einen Trostpreis erhalten. Das war mehr als demütigend. Dann kam der Regen und ich dachte mir: Wie schaffe ich es, dass wir genug Paddler zum finalen Höhepunkt, dem „Parteienrennen“, vor Ort behalten? Das waren fordernde Stunden, aber gegen 15 Uhr kehrte eine eigentümliche Ruhe in die 20 WJ-Paddler ein und als wir eine Stunde später ins Boot stiegen, redete niemand. Alle waren vom grimmigen Ernst erfüllt und Sven Lehnert steuerte uns. Von dem Rennen gibt es ein Video, das ich immer noch gern ansehe: Wir paddelten doppelt so schnell wie alle anderen und kamen mit über einer Bootslänge Vorsprung ins Ziel. Es war einfach überragend. Aus dem Tal der Tränen an die Spitze, binnen eines Nachmittags. Als wir auf der Bühne zur Siegerehrung waren, gab es dann eine Sektdusche wie bei der Formel 1. Was für ein schöner Tag, an den sich alle, die dabei waren, gern zurückerinnern.
Wie kann man Ihren Verein am besten unterstützen?
Mit Zeit, Expertise und Partnerschaft. Erfahrene Führungskräfte und Unternehmerinnen können als Mentorinnen, Speaker oder Jury-Mitglieder Wissen teilen, Unternehmen können Räumlichkeiten, Technik oder Logistik bereitstellen und Projekte finanziell fördern. Schulen, Hochschulen und Verwaltungspartner sind eingeladen, gemeinsam Formate zur Berufsorientierung, Gründungskultur und Innovationsförderung umzusetzen. Wer konkrete Themen hat, findet bei uns Teams, die Verantwortung übernehmen und Lösungen mitgestalten.
Wo und wie kann man in Ihrem Verein mitmachen?
Am einfachsten durch den Besuch einer unserer offenen Veranstaltungen und Themenabende. Interessierte lernen Menschen und Projekte kennen, bringen sich in Arbeitsgruppen ein und können anschließend Mitglied werden, wenn sie die Alterskriterien der Junioren erfüllen. Der direkte Draht läuft über Vorstand und Geschäftsstelle in der IHK Potsdam, die uns als institutioneller Partner nicht nur logistisch, sondern auch inhaltlich unterstützt. Dort erhält man Termine, Ansprechpartner und die nächsten Schritte für eine aktive Mitarbeit.
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