2:2 beim Hamburger SV : Der 1. FC Union kann einfach nicht verlieren

Im Spitzenspiel beim HSV kommt der 1. FC Union zu einem späten 2:2 – und bleibt auch im 14. Spiel unbesiegt.

Suleiman Abdullahi trifft zum späten Ausgleich.
Suleiman Abdullahi trifft zum späten Ausgleich.Foto: imago/Matthias Koch

Plötzlich wurde aus dem leisen Murren ein kollektiver Aufschrei. Wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff spielte Leo Lacroix völlig unbedrängt einen Pass ins Seitenaus und bot damit ein Sinnbild für die Leistung des Hamburger SV im ersten Durchgang. Trotz großer Spielanteile fand der Tabellenführer gegen den taktisch gut eingestellten 1. FC Union kaum Lücken und wirkte ideenlos. Die frühe Berliner Führung durch Joshua Mees war zu diesem Zeitpunkt absolut verdient.

Nach der Pause steigerte sich der HSV zwar und stand nach Toren von Aaron Hunt sowie Lewis Holtby kurz vor einem nicht unverdienten Sieg, der Ausgleich von Suleiman Abdullahi in der 90. Minute verursachte bei den Hamburger Fans aber erneut einen kollektiven Aufschrei der Verzweiflung. So endete das Spitzenspiel der Zweiten Liga am Montagabend vor 45 548 Zuschauern im Volksparkstadion 2:2 (1:0). Damit bleiben die Berliner auch im 14. Spiel ungeschlagen und liegen als Dritter weiter vier Punkte hinter dem Bundesliga-Absteiger.

„Schlussendlich ist das Ergebnis gerecht. Ich fand, es war ein tolles Fußballspiel, das hat Spaß gemacht beim Zuschauen“, sagte Unions Trainer Urs Fischer: „Hamburg hat in der zweiten Hälfte sehr gut gespielt und Druck erzeugt. Die Gegentore waren für uns aber etwas unglücklich. Trotzdem: Köln und HSV bleiben für mich die absoluten Favoriten auf den Aufstieg. Wir werden diese Mannschaften aber weiter ärgern.“

Die Berliner konnten nach der Pause kaum noch für Entlastung sorgen

Fischer veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum Spiel gegen Fürth nur auf einer Position. Für Robert Zulj rückte der zuletzt gesperrte Grischa Prömel zurück in die Startelf. Beim HSV fehlte mit Pierre-Michel Lasogga der beste Torjäger aufgrund muskulärer Probleme.

Fischer hatte vor dem Spiel angemerkt, dass der HSV unter Hannes Wolf weniger auf Ballbesitz und mehr auf Umschaltsituationen setzt. Das erschwerte der Schweizer mit einer einfachen Maßnahme: Union überließ den Hamburgern meistens den Ball. Das stellte sich als cleverer Schachzug heraus.

Wolf schickte seine Mannschaft in einer 4-1-4-1-Formation aufs Feld, wobei die beiden Außenverteidiger bei eigenem Ballbesitz so weit in die Mitte rückten, wie sie es sonst fast nur bei Pep Guardiola tun. Union stand im Zentrum aber gut, so dass der HSV bis in die letzte Minute der ersten Halbzeit hinein nur mit Distanzschüssen so etwas wie Torgefahr erzeugte. Dann wurde es aber richtig knapp. Völlig alleingelassen schoss Hunt wenige Zentimeter am rechten Pfosten vorbei.

Zu diesem Zeitpunkt führten die Berliner zur Freude ihrer etwa 6000 mitgereisten Fans allerdings absolut verdient. Immer wieder schalteten sie nach Ballgewinnen schnell um und so entstand auch das frühe 1:0 – wenn auch begünstigt durch etwas Glück. Denn Mees’ Querpass wurde von Rick van Drongelen erst abgefangen, dann reagierte der Berliner aber am schnellsten und schloss zwischen van Drongelen und Lacroix ins kurze Eck ab. Nach einem ähnlichen Muster hätte Marcel Hartel erhöhen können, zögerte aus bester Position jedoch zu lange.

In der zweiten Halbzeit änderte sich zwar an den Spielanteilen nicht viel, der HSV machte es nun aber deutlich besser. Auf den Außen zwangen die Hamburger Union in Eins-gegen-eins-Situationen und brachten den Ball immer wieder in den Strafraum. Die Berliner, bei denen nach der Pause Simon Hedlund für Mees gekommen war, konnten nun kaum noch für Entlastung sorgen. So kam es im Strafraum mehrfach zu Flippereinlagen und nach einem Fehler von Ken Reichel landete der Ball bei Hunt. Es war eine knappe Stunde gespielt und der Ausgleich hochverdient. Der HSV drückte nun weiter und wurde kurz darauf erneut belohnt. Lewis Holtby staubte aus wenigen Metern zum 2:1 ab. Fischer brachte Sebastian Andersson und später auch Akaki Gogia – und in der 90. Minute gelang den Berlinern tatsächlich noch der Ausgleich. Nach einem verlängerten langen Ball stocherte Suleiman Abdullahi den Ball ins Hamburger Tor.

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