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Alba Berlin : Sieg mit Nebenwirkungen

Alba gewinn gegen Bayreuth 86:68, wirklich freuen können sich die Berliner aber kaum - denn Spielmacher Stefan Peno verletzt sich schwer.

Da lief es noch. Stefan Peno (in gelb, Nummer 44) zu Anfang des Spiels gegen Bayreuth.
Da lief es noch. Stefan Peno (in gelb, Nummer 44) zu Anfang des Spiels gegen Bayreuth.Foto: Imago/Jan Huebner

Johannes Thiemann gestikulierte wild in Richtung Auswechselbank. Stefan Peno war soeben beim Kampf um einen Rebound unglücklich aufgekommen und krümmte sich vor Schmerzen. Der junge Spielmacher hielt sich das linke Knie und nach wenigen Momenten war die medizinische Abteilung von Alba Berlin auf dem Parkett. Es sah gar nicht gut aus bei Peno und die Gesichter der Berliner Verantwortlichen sowie Ersatzspieler wirkten deutlich geschockt, als bei dem Serben auf der Bank die ersten Kontrollen durchgeführt wurden. Wenig später humpelte Peno, an beiden Seiten gestützt, in die Kabine. An Basketball war für ihn nicht mehr zu denken. Es steht zu befürchten, dass sich das für eine ganze Weile nicht ändert.
Albas Heimspiel am Samstag gegen Bayreuth geriet durch die Verletzung Penos nach etwas mehr als drei Minuten im zweiten Viertel fast schon zur Nebensache. Die Berliner gewannen vor 10<TH>778 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof 86:68 (18:19, 20:20, 22:11, 26:18), wirklich freuen konnten sie sich aber kaum. „Der Sieg war für Stefan“, sagte Thiemann. „Es sah gar nicht gut aus, aber ich hoffe, dass er Glück im Unglück hat.“
Auch vor der Verletzung Penos musste Albas Trainer Aito Garcia Reneses mit Peyton Siva und Joshiko Saibou bereits auf zwei Guards verzichten. Dafür rückte der 19 Jahre alte Jonas Mattisseck erstmals in diesem Jahr in den Kader.

Alba leistete sich viele Ballverluste

Anfangs waren die Gäste die bessere Mannschaft. Alba leistete sich viele Ballverluste, im ersten Viertel waren es insgesamt sechs, und ermöglichte Bayreuth so einfache Punkte. Die aggressive Gangart der Oberfranken bereitete Berlin einige Probleme, gegen Ende des Viertels kam Alba aber besser ins Spiel. Durch zwei Dreier von Rokas Giedraitis und einen erfolgreichen Wurf aus großer Distanz in letzter Sekunde von Peno kamen die Hausherren bis auf einen Punkt heran.
Es war die letzte nennenswerte Aktion von Peno, doch auch nach seiner Verletzung blieb Alba spielbestimmend. Die Berliner reduzierten ihre Fehler, holten einige Steals und zogen bis auf sieben Punkte davon. Die Gäste schlugen jedoch zurück, mussten aber ebenfalls einen Ausfall verkraften. Für De’Mon Brooks, in den letzten Wochen Bayreuths bester Spieler, war verletzungsbedingt ebenfalls schon im zweiten Viertel Schluss.
Die Berliner konnten mit dieser Situation dann aber deutlich besser umgehen. Den knappen Halbzeitrückstand drehte Alba schnell. „Wir haben nach der Pause nicht mehr so viele Bälle weggeschmissen und besser verteidigt“, sagte Thiemann. Nach zwei erfolgreichen Distanzwürfen von Martin Hermannsson und Niels Giffey stand es 48:41 und Bayreuths Trainer Raoul Korner nahm eine Auszeit. Viel besser wurde aus aus seiner Sicht aber kaum. Alba verteidigte nun sehr aufmerksam, griff variabel an – Thiemann (17), Nnoko (12), Sikma, Giffey, Giedraitis (je 11) und Hermannsson (10) punkteten zweistellig – und Nnoko blockte einige Würfe spektakulär in die erste Zuschauerreihe. Am Ende wurde es deshalb sogar deutlich.

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