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Sportgeschäftsführer Fredi Bobic hat Trainer Sandro Schwarz geholt.
© IMAGO/Nordphoto

Bobic und der Neuanfang bei Hertha BSC: Allein kann es der neue Trainer Schwarz nicht richten

Sportgeschäftsführer Bobic hat seinen Trainer-Wunschkandidaten bekommen. Doch Schwarz kann nur Erfolg haben, wenn bei Hertha vieles besser wird. Ein Kommentar.

Fredi Bobic hat seinen Wunschkandidaten bekommen: Sandro Schwarz ist neuer Trainer bei Hertha BSC – und damit der vierte Trainer seit Bobics Amtsantritt vor einem Jahr. Allein daraus lässt sich ablesen, dass diese Personalentscheidung des Sportgeschäftsführers nun passen und es bei Hertha aufwärts gehen muss.

Wohl niemand erwartet, dass der Fußball-Bundesligist von jetzt auf gleich Richtung Europapokalplätze durchstartet. Aber was die Fans nach drei fast durchweg schlechten Jahren erwarten dürfen, ist ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung. Mit besseren Ergebnissen, ansehnlicherem Fußball und, sollte Punkt eins und zwei mal nicht möglich sein, wenigstens durchgängig Kampf und Einsatzbereitschaft.

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Das alles soll Schwarz bewerkstelligen. Dafür ist er geholt worden. Schwarz hat nicht den ganz großen Namen in der Branche, aber er hat beim FSV Mainz 05 und Dynamo Moskau nachgewiesen, dass er gut mit jungen Spielern umgehen und diese in den Kader integrieren kann. Und vor allem in Moskau hat er zuletzt gezeigt, dass er in der Lage ist, in kurzer Zeit eine Mannschaft zu entwickeln und nach vorn zu bringen.

Ab jetzt ist Schwarz bei Hertha für den Erfolg auf dem Platz zuständig. Allerdings braucht er dafür Unterstützung von anderer Seite, allein kann er es nicht schaffen. Die ständigen Störgeräusche, insbesondere durch Investor Lars Windhorst, müssen aufhören. Ebenso wie das Gegeneinander in vielen Bereichen. Ein Aufschwung im sportlichen Bereich wird nur gelingen, wenn hinter den Kulissen endlich Ruhe einkehrt.

In der Rückrunde schaffte es der Klub teilweise, im Laufe einer Woche täglich neu – und meist negativ – in die Schlagzeilen zu geraten. Die Folge daraus war auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag ersichtlich: Hertha BSC ist ein tief gespaltener Verein, der sich weit von der Basis entfernt hat. Oder wie es ein Mitglied prägnant zusammenfasste: „Wir sind der peinlichste Verein Deutschlands.“ Das zu ändern ist eine der großen Aufgaben für Bobic. Gelingt ihm das, kann es die Basis für eine erfolgreiche Arbeit von Trainer Schwarz sein.

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