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Autounfall in Italien : Box-Legende Graciano "Rocky" Rocchigiani ist tot

Der frühere Profi-Boxer Graciano „Rocky“ Rocchigiani ist in Italien ums Leben gekommen. Er starb bei einem Autounfall.

Der ehemalige Boxer Graciano "Rocky" Rocchigiani im Jahr 2015
Der ehemalige Boxer Graciano "Rocky" Rocchigiani im Jahr 2015Foto: picture alliance / dpa

Der frühere Profi-Boxer Graciano „Rocky“ Rocchigiani ist gestorben. Die mit der Angelegenheit befasste Polizei Brandenburg bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. Demnach starb er bei einem Autounfall in Italien. Er wurde 54 Jahre alt.

Der Zeitung zufolge überbrachte die Berliner Polizei die Nachricht seiner Tochter Andrea sowie seinen Eltern.

Er sei am Montagabend in dem Ort Belpasso bei Catania zu Fuß auf einer Straße unterwegs gewesen und von einem Auto erfasst worden, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Der genaue Hergang müsse noch ermittelt werden, unter anderem ob auch Alkohol im Spiel war. Laut italienischen Medien war ein deutscher Staatsbürger kurz vor Mitternacht auf der mehrspurigen Staatsstraße SS121 unterwegs, bevor er von einem Smart überfahren wurde. Der Fußgänger sei sofort tot gewesen. Am Steuer des Wagens soll ein 29-Jähriger aus Catania gesessen haben.

Angeblich hatte Rocchigiani schon seit Jahren eine italienische Lebensgefährtin und pendelte zwischen Berlin und Italien.

Rocchigiani war der dritte deutsche Weltmeister nach Max Schmeling und Eckhard Dagge und der jüngste deutsche Boxweltmeister überhaupt. Immer wieder hatte der Berliner mit Kapriolen abseits des Rings für Aufmerksamkeit gesorgt.

In einer ersten Reaktion sagte der Boxpromoter Karl Sauerland der "Bild"-Zeitung: „Ich bin sprachlos. Er war unser erster Weltmeister. Ich bin quasi mit ihm groß geworden. Er war ein wilder Kerl mit einem ganz großen Herzen." Unter seinem Ziehvater Wilfried Sauerland hatte Rocchigiani seine großen Erfolge gefeiert. Ex-Boxer Dariusz Michalczewski sagte der „Bild“: „Wir waren anders, aber in gewissen Dingen hatten wir eine gemeinsame Ebene gehabt, in gewissen Dingen waren wir sehr ähnlich. Wir standen 24 Runden im Ring, haben hart um den Sieg gekämpft. Das verbindet und wir entwickelten so Respekt füreinander.“

Ex-Boxer Henry Maske im ARD-Magazin Brisant: „Wir hatten Momente in denen man gemerkt hat, dass wir grundverschieden waren. Auf der anderen Seite hatten wir aber eine Ebene, die uns verbunden hat. Wir haben uns immer gegenseitig mit Respekt und einer gewissen Freundschaft begleitet.“

Müller: "Eine Urberliner Type, der Schnauze mit Herz verband"

Auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, zeigt sich betroffen. "Berlin trauert um einen Sportler, der in den achtziger und neunziger Jahren die Massen fasziniert hat", so Müller. "Er war auch eine Urberliner Type, der Schnauze mit Herz verband. Seine Duelle mit Henry Maske und Dariusz Michalczewski waren ebenso spannend wie legendär", so Müller weiter. "Wir trauern um einen Boxer mit großem Herz. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie."

In den sozialen Netzwerken zeigten sich viele Prominente aus der Sportszene geschockt über den Tod des ehemaligen Boxers. Tennisprofi Nicolas Kiefer twitterte: „Was für eine traurige Nachricht. R.I.P.“ Henry Maske, einst großer Rivale von Rocchigiani, sagte der „Bunten“: „Die Hoffnung ist, dass er nun Ruhe gefunden hat.“ 1995 hatte Rocchigiani zweimal gegen Maske gekämpft und gegen ihn zumindest im ersten Kampf umstritten nach Punkten verloren. 

Graciano Rocchigiani war erst Anfang diesen Jahres von „Sport1“ als Experte verpflichtet worden. Er hatte zu dem Engagement bei dem Spartensender gesagt: „Es wird Zeit, dass mal wieder ein bisschen frisches Blut in die ganze Box-Geschichte kommt.“ Das war so ein typisches „Rocky“-Zitat. (Tsp, dpa)

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