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Präsident Dirk Zingler freut sich auf die Feierlichkeiten.

© dpa/Andreas Gora

„Bei einer Party geht das“: Union feiert Jubiläum – die Mitgliederversammlung muss warten

Union vermeldet ein starkes Geschäftsjahr, wie Präsident Dirk Zingler bekannt gibt. Doch feiern lässt sich das nur teilweise gemeinsam. Nicht alle passen ins Festzelt.

Stand:

Auf dem Parkplatz vor dem Stadion an der Alten Försterei waren die Vorbereitungen für die große Geburtstagsparty am kommenden Dienstag bereits im vollen Gange. Vor der Haupttribüne ist ein 28 Meter hohes Festzelt errichtet worden, das Platz für bis zu 4000 Menschen bieten soll – groß genug also, um den 60. Geburtstag des Vereins am 20. Januar gebührend zu feiern.

Für die geplante Mitgliederversammlung ist es trotzdem zu klein. Ursprünglich sollte diese ebenfalls in der kommenden Woche parallel zu den Feierlichkeiten stattfinden. Doch wie der Verein am Dienstag verkündete, muss die Versammlung nun verschoben werden – und zwar, weil das Interesse zu hoch ist.

Etwa 6000 Anmeldungen soll es schon gegeben haben, mehr als je zuvor. „Damit wissen wir heute bereits, dass wir nicht allen Mitgliedern die Teilnahme an der Mitgliederversammlung garantieren können“, sagte Präsident Dirk Zingler.

Am kommenden Dienstag wird daher „nur“ gefeiert. Nach Eröffnung der Tore um 17:30 Uhr werden sich die ersten 4000 Anwesenden einen Platz im Zelt sichern. Wer später kommt, kann die Jubiläumsfeier samt Präsentation einer „Legenden-Elf“ draußen vor zwei Riesenleinwänden verfolgen – und sich mit Freibier etwas wärmen. „Bei einer Party geht das: Wenn die Küche voll ist, passt keiner mehr rein“, so Zingler. Bei einer Mitgliederversammlung aber eben nicht.

Erfolg zu managen ist manchmal genauso anstrengend wie Misserfolg zu managen.

Dirk Zingler, Präsident

Letztere wird nun „in etwas wärmere Zeiten“ verschoben, und vermutlich nach dem letzten Spieltag im Stadion stattfinden, damit genügend Platz ist für alle interessierten Mitglieder. Ob das Interesse dann ohne Freibier und Geburtstagsfeier genauso groß ist, bleibt abzuwarten. Zumindest dürfte es da keine bösen Überraschungen geben. Denn die Bilanzzahlen hat Union trotz abgesagter Mitgliederversammlung schon am Dienstag veröffentlicht.

Zumindest nach eigener Darstellung geben diese durchaus Anlass zur Freude. In der Saison 2024/25 sind Unions Gesamteinnahmen auf 191,6 Millionen Euro gestiegen, und das, obwohl die Einkünfte aus Spielbetrieb, Werbung und Medienrechten im Vergleich zum Vorjahr, in dem Union noch in der Champions League gespielt hatte, leicht gesunken sind. Durch „deutliche“ Transfereinnahmen habe man dies jedoch ausgleichen können, so Zingler.

Am Ende kommt der Verein auf einen Jahresüberschuss von 455.000 Euro, was der Vereinspräsident als „sehr gutes Ergebnis“ beschrieb. Gerade nach dem Ausflug in die Champions League hatten einige tatsächlich mit einem größeren Einbruch gerechnet. Oder wie Zingler sagt: „Erfolg zu managen ist manchmal genauso anstrengend wie Misserfolg zu managen.”

Union bleibt aber laut den Zahlen stabil und kann sich nach wie vor auf seine Großprojekte im siebten Jahrzehnt der Vereinsgeschichte fokussieren. Dazu gehört die Weiterentwicklung der Frauenmannschaft, die mit dem Bundesliga-Aufstieg den größten sportlichen Erfolg der vergangenen Saison erzielt hat.

Wie viel aktuell ins Frauenteam investiert wird, ist unklar, weil die Ausgaben für beide Profimannschaften gebündelt unter „Spielbetrieb“ angegeben werden. Das mache der Verein bewusst, um Direktvergleiche zwischen Männern und Frauen zu verhindern. „Diese Vergleicherei hilft keinem“, sagte Zingler am Dienstag.

Das andere Großprojekt bleibt der Stadionausbau, der laut aktuellem Plan nach wie vor in der Saison 2027/28 realisiert werden soll. Unions Männer sollen dann für ein Jahr ins Olympiastadion umziehen, während die Kapazität der Alten Försterei von 22.000 auf zunächst 35.000 erweitert wird. Für Zingler ist dieser Ausbau elementar für die Wettbewerbsfähigkeit des Vereins. Im Vergleich zur direkten Konkurrenz habe Union durch das kleine Stadion einen Nachteil von „20 bis 30 Millionen“.

Insofern sei es auch nach sieben Jahren Erstligazugehörigkeit als Erfolg einzuordnen, wenn Union in der Bundesliga bleibt. „Wir sind grundsätzlich immer noch ein junger Bundesligist“, so der Präsident. Spätestens mit dem neuen Stadion werden die Ansprüche für den ambitionierten Klub aus Köpenick aber wohl wieder dauerhaft wachsen: „Wir haben drei Jahre internationalen Fußball erlebt, und es hat geschmeckt.”

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