• Berliner gewinnen Traditionsmasters: Pal Dardai möchte trotz guter Angebote bei Hertha BSC bleiben

Berliner gewinnen Traditionsmasters : Pal Dardai möchte trotz guter Angebote bei Hertha BSC bleiben

Nach seinem Abschied im Sommer hält Pal Dardai weiter daran fest, bei Hertha BSC mit dem Nachwuchs zu arbeiten. Jürgen Klinsmann lobt er.

Bleibt beim Plan. Trainer Pal Dardai will in die Hertha-Akademie zurück.
Bleibt beim Plan. Trainer Pal Dardai will in die Hertha-Akademie zurück.Foto: Annegret Hilse/dpa

So ganz kann Pal Dardai auch während seiner Auszeit nach weit mehr als 20 Jahren im Profigeschäft natürlich nicht vom Fußball lassen. Trotz schmerzendem Sprunggelenk kickte der Rekordspieler von Hertha BSC am Wochenende mit anderen ehemaligen Bundesliga-Spielern beim Berliner Traditionsmasters in der Max-Schmeling-Halle – und erreichte sogar das Finale, das sein Team gegen Dynamo Tiflis gewann. Doch sonst hat sich der derzeitige Alltag des früheren Profitrainers im Sabbatjahr radikal gewandelt.

„Ich bin endlich Papa geworden nach so vielen Jahren. Ich habe keine Ahnung, wie Monika das all die Jahre alleine geschafft hat“, erzählt der 43-Jährige schmunzelnd über die neu gewonnene Zeit für seine Ehefrau und die drei Söhne. „Ich helfe mit, bringe Bence zur Schule, dann gehe ich einkaufen, wir kochen zusammen, dann gehe ich laufen.“

Nach knapp viereinhalb Jahren wurde Dardais Vertrag zum Ende der vergangenen Saison als Cheftrainer des Profiteams nicht mehr verlängert. In der Schlussphase waren ihm Druck und Stress in der Bundesliga sichtbar anzumerken. Nun werde der Akku „wieder langsam voll“, berichtet er. „Nach dem halben Jahr habe ich weniger Falten, jeder sagt: Wie gut du aussiehst“, scherzt Dardai. „Weil ich keine Sorgen mehr habe. Alles ist ruhig, es gibt keine Hektik, das ist das erste Mal in meinem Leben.“

Aber was passiert mit Dardai, wenn Hospitanzen bei anderen Vereinen, die Unterstützung der Jugendarbeit in seiner ungarischen Heimat und regelmäßige Besuche als Vip-Gast der Hertha-Spiele im Berliner Olympiastadion nicht mehr ausreichen? Bislang schlug der Ungar alle Jobangebote anderer Klubs aus und hält aktuell auch weiter an seinem Plan einer Rückkehr in den Nachwuchsbereich von Hertha BSC fest.

„Ich kriege jede drei Wochen ein Angebot, manchmal unmoralisch bei so viel Geld, aber auch viele sehr korrekte Angebote. Das ist schön“, sagt er. Er habe aber einen Vertrag bei den Berlinern, um „nach jetzigem Stand“ ab dem 1. Juli wie früher in der Jugendabteilung zu arbeiten: „Ende Mai gehe ich zu (Akademie-Leiter) Benni Weber, dann schauen wir, was sich entwickelt.“

Dardai sieht unter Klinsmann mehr Stabilität

Auch Manager Michael Preetz hatte Dardai bei der Mitgliederversammlung im Mai mit den Worten verabschiedet, dass „er nach einem verdienten Erholungsjahr zurückkehren wird.“ Andererseits halten es viele Wegbegleiter für nahezu ausgeschlossen, dass sich Dardai nach seinem erfolgreichen Engagement bei den Profis zurück in die zweite Reihe begibt.

Die erste Mannschaft seines Herzensklubs hatte er aber auch während der vergangenen Monate fest im Blick. „Anfang der Saison war es nicht schön anzusehen, dass von 30 Spielern 28 eine schlechte Form hatten“, berichtet er von seinen Beobachtungen über den Absturz vor die Abstiegszone unter seinem Nachfolger Ante Covic. „Jetzt sehe ich Stabilität.“

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Die Zeiten haben sich dabei gewandelt. Durch den Einstieg von Investor Lars Windhorst mit 224 Millionen Euro stehen dem Klub mit dem früheren Bundestrainer Jürgen Klinsmann andere Möglichkeiten auf dem Transfermarkt zur Verfügung. „Ich finde es schön, dass es endlich Geld gibt“, sagt Dardai angesichts der Investitionen. „Aber leider kannst du mit Geld nicht alles einkaufen. Hoffenheim hat das geschafft, RB hat das geschafft, aber viele haben es nicht geschafft. Es ist eine Herausforderung.“ Der Verein brauche „keinen Druck, Hertha BSC braucht noch Zeit“. Ebenso wie Pal Dardai. (Tsp/dpa)

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