• Boykott des Landespokalfinales: TeBe-Fans veranstalten das alternative "Finale of Love"

Boykott des Landespokalfinales : TeBe-Fans veranstalten das alternative "Finale of Love"

Die aktive Fanszene von Tennis Borussia wird, trotz TeBe-Beteiligung, auch das Landespokalfinale boykottieren. Die Fans veranstalten ein alternatives Endspiel.

Louis Richter
Lieber zum "Finale of Love". Die Fans von Tennis Borussia bleiben der ersten Mannschaft des Klubs weiter fremd.
Lieber zum "Finale of Love". Die Fans von Tennis Borussia bleiben der ersten Mannschaft des Klubs weiter fremd.

Die Fan-Szene von Tennis Borussia gab am Freitag bekannt, dass sie auch das Berliner Landespokalfinale zwischen Tennis Borussia und Viktoria Berlin boykottieren wird. Stattdessen veranstaltet sie am 25. Mai, dem Tag des Finals, ein ganz eigenes Endspiel. Beim "Finale of Love" wird eine TeBe-All-Star-Mannschaft gegen eine Mannschaft antreten, die sich aus Spielern und Spielerinnen der Vereine zusammensetzt, die die Fans von TeBe in den vergangenen Monaten besuchten. Anpfiff ist um 12 Uhr im Neuköllner Werner-Seelenbinder-Sportpark, das Finale der ersten Mannschaft wird um 10.30 Uhr im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark angepfiffen. "Wir wollen aus der Not eine Tugend machen und zeigen, dass es uns weiterhin ausschließlich um unseren Verein geht", sagt Christian Rudolph aus der Fan-Szene dem Tagesspiegel.

Seit Anfang Februar boykottiert ein großer Teil der aktiven Fan-Szene von Tennis Borussia die Spiele des eigenen Vereins. Stattdessen fahren viele Fans unter dem Namen "Caravan of Love" zu anderen Vereinen in ganz Deutschland, um dort für Stimmung zu sorgen. In Leipzig, Halle und Wiesbaden waren sie bereits, an diesem Wochenende fährt die Karawane zum Oberliga-Niedersachsen-Spiel von Arminia Hannover gegen den MTV Wolfenbüttel. Die Fan-Szene setzt so ein Zeichen gegen den Führungsstil vom Vorstandsvorsitzenden Jens Redlich, den sie als "autokratisch" bezeichnet. Nach einer Mitgliederversammlung in der Winterpause kam es endgültig zum Bruch zwischen dem Klub und einigen Anhängern.

Außerdem sei mit Viktoria Berlin auch der Gegner von Tennis Borussia ein Grund mehr für die Anhänger, sich dem Spiel fernzuhalten. Der Regionalligist durchläuft zurzeit ein Insolvenzverfahren. Ein chinesischer Investor zog sich im Winter überraschend zurück, nachdem er erst zum Saisonstart bei den Himmelblauen eingestiegen war. "Im Finale treffen zwei Vereine aufeinander, die sich aus Größenwahn von windigen Geldgebern abhängig gemacht haben. Aus gutem Grund wird dort keine Stimmung aufkommen. Wie Fußball stattdessen aussehen kann, wollen wir mit unserem Finale zeigen", heißt es von Maike Beutler von der Abteilung Tennis Borussia Aktive Fans (TBAF) in einer Pressemitteilung.

Für das alternative Pokalfinale sagten bereits die ehemaligen Tennis-Borussia-Spieler Benny Wendt, Robert Scholl, Stanislav Levy und Thomas Herbst zu. Weitere Zusagen sollen folgen. Der Kader des gegnerischen Teams steht noch nicht final fest. "Der organisatorische Akt ist dabei natürlich enorm", sagt Rudolph.

Podiumsdiskussion am Vorabend

Am Vorabend des Finaltages findet zusätzlich eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Wem gehört der (Amateur-)Fußball?" statt. Als Diskutanten seien Vereins- und Verbandsfunktionäre angefragt, heißt es in der Pressemitteilung. Jens Redlich selbst wurde noch nicht angefragt, heißt es auf Nachfrage des Tagesspiegels.

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