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Dunkle Käfige waren einmal. Den Kampfsport zieht es auf eine Insel.
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Ideen in der Coronavirus-Krise: Der Profisport ist reif für die Insel

Der Geldfluss im weltweiten Profisport stockt. Also braucht es kreative Ideen, wie es weitergehen kann. Damit der Rubel wieder rollt. Eine Glosse.

Eine Glosse von Jörg Leopold

Es war einmal der Profisport. Viele Zuschauer vor Ort, noch mehr Geld für die Protagonisten. In Zeiten des Coronavirus sind die goldenen Zeiten allerdings vorbei, deswegen muss der Sport kreativ sein. Wie soll es weitergehen, wenn es denn irgendwann weitergeht?

Die Erkenntnis setzt sich durch, dass mittelfristig nichts mehr so sein wird, wie es einmal war. Im Fußball wird deshalb über Geisterspiele nachgedacht, gegebenenfalls auch nur in ein paar wenigen Stadien, man will ja schließlich keine allzu große Extrawurst braten.

Formel-1-Rennen auf dem immer gleichen Kurs

In der Formel 1 sind Geisterrennen nicht unbedingt angesagt, auch ist der logistische Aufwand gewaltig. Warum also nicht häufiger denselben Kurs befahren, notfalls auch einfach mal andersherum? Ideen in diese Richtung wurden tatsächlich schon laut geäußert.

In den USA beschäftigen sie sich mit ähnlichen Szenarien. Die großen Ligen könnten ihre Spiele einfach hintereinander weg an einem Ort austragen. Notfalls muss das nicht einmal im eigenen Land passieren. NFL, NBA, NHL und MLB spielen sowieso jedes Jahr ein paar Mal irgendwo in der weiten Welt. Global denken in Zeiten der nationalen Isolation – das hätte fast sogar etwas Visionäres.

Und könnte Schule machen: Im Golf wird nur noch an Loch 17 im TPC Sawgrass gespielt. Immer wieder. Bis irgendwann tatsächlich der unfassbare Rekord von elf Assen in einer Runde übertroffen wird. Bislang hält den bekanntlich Nordkoreas Golf-Legende Kim Jung-Il.

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Im Tennis bekommt der Begriff „Einzel“ eine altbekannte Bedeutung: Die Stars spielen wie in Kindertagen wieder gegen sich selbst an der Wand. Es wäre sozusagen eine Rückkehr zu den Wurzeln und hätte den hübschen Nebeneffekt, dass es dabei nur noch Sieger geben würde.

Der beste Vorschlag bisher kommt allerdings aus dem Kampfsport. Dana White, Präsident der Ultimate Fighting Championship (UFC), errichtet angeblich derzeit auf einer Insel ein Camp für seine Kämpfe in Mixed Martian Arts. Auf der„Fight Island“ will er es dann auch bald schon wieder so richtig krachen lassen.

Beispiele wie diese zeigen: Der Profisport ist reif für die Insel. Womöglich gehört er dort auch hin und findet sogar seine Glückseligkeit wieder.

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