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Dortmunds Marco Reus (M) und Torhüter Ron-Robert Zieler von Hannover versuchen an den Ball zu kommen.

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Update

Wolfsburg beendet Krise: Dortmund vergrößert Hannovers Abstiegssorgen

Der VfL Wolfsburg beendet seine Krise, Borussia Dortmund verschärft Hannovers Abstiegssorgen und Neuer Dritter ist Bayer Leverkusen. Die übrigen Partien des 21. Bundesliga-Spieltags im Überblick.

Borussia Dortmund hat die Abstiegssorgen von Hannover 96 vergrößert. Beim 0:1 (0:0) gegen den Revierclub mussten die Norddeutschen im vierten Spiel unter der Regie des neuen Trainers Thomas Schaaf die vierte Niederlage hinnehmen. Damit verharren sie weiterhin auf dem letzten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga.

Vor 80 900 Zuschauern im Signal Iduna Park sorgte Torschütze Henrich Mchitarjan (57. Minute) am Samstag für den verdienten, aber hart erkämpften Sieg der Borussia, die damit den zweiten Tabellenrang festigte und eine gelungene Generalprobe für die Partie gegen den FC Porto fünf Tage später in der Europa League feierte.

Dagegen schwindet bei den ersatzgeschwächten Gästen nach nunmehr sieben Niederlagen in Serie zunehmend der Glaube an die Rettung. Das durch die kurzfristigen Ausfälle von Hugo Almeida, Christian Schulz und Adam Szalai zusätzlich gehandicapte Schaaf-Team, das insgesamt auf acht Spieler verzichten musste, schlug sich aber in Dortmund achtbar.

Dem BVB-Spiel mangelte es an Tempo und Esprit

Auch ohne den derzeit besten Bundesliga-Schützen Pierre-Emerick Aubameyang, der wegen einer beim Pokalsieg in Stuttgart (3:1) zugezogenen Wadenprellung pausieren musste, übernahm der BVB von Beginn an die Regie. So scheiterte der für Aubameyang in die Sturmspitze gerückte Marco Reus (10.) nach Flanke von Lukasz Piszczek aus kurzer Distanz an 96-Keeper Ron-Robert Zieler. Nur fünf Minuten später stand Nationalspieler Reus erneut im Mittelpunkt, als er mit einem platzierten Freistoß aus 20 Metern die Latte traf.

Doch bei aller Dominanz mangelte es dem BVB-Spiel an Tempo und Esprit, um die gut organisierte gegnerische Abwehr wirklich ins Wanken zu bringen. Die Suche nach der Lücke entwickelte sich für den BVB mehr und mehr zu einer echten Geduldsprobe. Allzu oft begnügte sich der Tabellenzweite mit langen Ballstafetten ohne großen Raumgewinn.

Bei einem weiteren Freistoß von Reus (28.), zwei Schüssen von Marcel Schmelzer (30./38.) und einem Fernschuss von Ilkay Gündogan (44.) war der starke Zieler zu Stelle. Kurz vor der Pause drohte dem BVB gar ein Rückstand, als André Hoffmann (40.) nach Flanke von Edgar Prib mit einem Kopfball an BVB-Schlussmann Roman Bürki scheiterte.

Auch nach Wiederanpfiff hielten die Norddeutschen dem größer werdenden Druck der Borussia zunächst stand. Doch ausgerechnet ein bis dahin seltener Konter der Dortmunder brachte sie ins Hintertreffen. Bei einem platzierten Fernschuss von Mchitarjan aus rund 20 Metern war selbst der starke Zieler machtlos.

Trotz der ersehnten Führung tat sich der BVB beim Herausspielen von Torchancen weiterhin schwer. Das ermutigte die Gäste zu eigenen Angriffen. Deshalb musste der Favorit lange zittern, bis der Sieg unter Dach und Fach war. (dpa)

Leverkusen müht sich zum 2:1 in Darmstadt - Siegtor von Brandt

Bayer Leverkusen ist in der Bundesliga wieder auf Kurs Champions League und jetzt erstmal bereit für die Auftritte in der Europa League. Die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt erkämpfte sich am Samstag einen glücklichen 2:1 (0:1)-Sieg beim SV Darmstadt 98. Damit verbesserte sich die Werkself auf den dritten Tabellenplatz und gab eine gelungene Generalprobe für das Achtelfinal-Hinspiel am Donnerstag bei Sporting Lissabon. „Wir haben das Glück erzwungen und auch ein Dreckstor geschossen“, meinte Mittelfeldspieler Kevin Kampl. „Dritter - das hat uns nach dieser Vorrunde keiner zugetraut.“

Der Leverkusener Julian Brandt (M) jubelt nach seinem Treffer zum 1:2 zusammen mit seinen Mitspielern.
Der Leverkusener Julian Brandt (M) jubelt nach seinem Treffer zum 1:2 zusammen mit seinen Mitspielern.

© dpa

Vor 16 800 Zuschauern im Stadion am Böllenfalltor brachte Sandro Wagner den Aufsteiger mit seinem siebten Saisontor (28. Minute) in Führung. Ein Eigentor von SV-Kapitän Aytak Sulu (62.) und ein Kontertreffer von Julian Brandt (77.) brachten dann die Wende für die Gäste. Für die Werkself war es das sechste Spiel ohne Niederlage.

Die „Lilien“ verpassten vor dem Auswärtsspiel beim FC Bayern München den ersehnten zweiten Heimsieg. Auch aus einem erneuten Coup wie beim 1:0 im Hinspiel in Leverkusen wurde nichts. In München fehlen gleich fünf Gelb-gesperrte Stammspieler - Sulu, Jérôme Gondorf, Konstantin Rausch, Marcel Heller und Peter Niemeyer. Das Quintett ist dafür beim so wichtigen Spiel in Bremen wieder spielberechtigt. „Das wird ein lockerer Aufgalopp“, scherzte Abwehrspieler Florian Jungwirth über die Begegnung beim Spitzenreiter.

Vier Tage nach dem Viertelfinal-Aus im DFB-Pokal gegen Werder Bremen hatte Leverkusens Trainer Roger Schmidt gleich auf vier Positionen gewechselt: Brandt, Marlon Frey, Tin Jedvaj und Admir Mehmedi kamen für Hakan Calhanoglu und Roberto Hilbert sowie für Torjäger Javier „Chicharito“ Hernández (Muskelfaserriss) und den erkrankten Weltmeister Christoph Kramer.

Nach dem Wechsel blieben die Darmstädter ein eklige Gegner

Auf dem ramponierten Rasen und bei strömendem Regen taten sich die Leverkusener lange schwer, eine spielerische Linie zu finden. Die Gastgeber mauerten sich nicht hinten ein. Luca Caldirola zeigte eine Kostprobe von Darmstadts Kopfballstärke und prüfte in der 22. Minute erstmals Torhüter Bernd Leno. Der Sieg beim Mitkonkurrenten Hoffenheim hatte dem Team von Chefcoach Dirk Schuster noch mehr Selbstvertrauen gegeben. Unbeirrt vom hochkarätigen Gegner kämpfte es sich in die Partie.

„Oh Lilien, oh Lilien, oh Lilien!“, tönte es dann nach einer knappen halben Stunde aus den Lautsprechern: Eine Schuss aus sieben Metern von Jan Rosenthal konnte Leno noch abwehren, nicht aber den Kopfball des wuchtigen Wagner - das verdiente 1:0.

Nach dem Wechsel blieben die Darmstädter ein eklige Gegner für Bayer. Voller Leidenschaft warfen sie sich in die Zweikämpfe. Die erste klare Torchance für den Favoriten ließ so weiter auf sich warten.

Nach einer knappen Stunde brachte Bayer-Coach Schmidt Hakan Calhanoglu. Das zahlte sich aus: Nach einem umstrittenen Freistoß des türkischen Nationalspielers lenkte Abwehrchef Sulu den Ball ins eigene Netz. Auch das 1:2 ärgerte die „Lilien“ und Schuster mächtig, da die Hausherren ein Foulspiel an Mario Vrancic reklamierten und dann ausgekontert wurden. Brandt spitzelte den Ball zum 2:1 ins Tor.

„Ich bin sehr glücklich, dass wir dieses schwere, sehr schwere Spiel gewinnen konnten“, meinte Bayer-Trainer Schmidt. Für seinen Kollegen Schuster hatten die Gäste „die bessere Spielanlage, aber wir waren kämpferisch einen Tick stärker. Deshalb hatte das Spiel keinen Sieger verdient.“ (dpa)

Absturz gestoppt: Wolfsburg siegt 2:0 gegen schwache Ingolstädter

Unter der Woche musste der Mannschaftsrat vom VfL Wolfsburg zum Rapport bei den Fans, am Samstag beim 2:0 (2:0) gegen Aufbaugegner FC Ingolstadt gelang der Krisen-Stopp. „Die Fans haben um ein Gespräch gebeten. Das war gut und in sehr sachlicher Atmosphäre“, offenbarte VfL-Routinier Marcel Schäfer nach dem ersten Sieg des Vizemeister seit dem 21. November 2015 (6:0 gegen Bremen). Die Aussprache nach den Lustlos-Auftritten der letzten Wochen und sieben sieglosen Bundesligaspielen in Serie gelang. „Die Einstellung war heute besser“, meinte Schäfer zufrieden.

Die Wolfsburger Fans zeigen ein Banner mit «Reißt euch endlich den Arsch auf».
Die Wolfsburger Fans zeigen ein Banner mit «Reißt euch endlich den Arsch auf».

© dpa

Weil der biedere Aufsteiger Ingolstadt erschreckend schwach war und in der Offensive überhaupt nichts gelang, kam der VfL dank der beiden Tore von Julian Draxler (29. Minute) und Robin Knoche (39.) zu einem recht einfachen Sieg. „Das war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung“, meinte Schäfer und selbst Gäste-Coach Ralph Hasenhüttl lobte: „Man hat gesehen, dass sie heute etwas gerade rücken wollten.“ Mit seinem Team ging er zu Recht härter ins Gericht: „Außer Standards haben wir heute nichts zustande gebracht.“

Mit 26 Punkten bleiben die Schanzer im Tabellen-Mittelfeld. Der VfL hat nach dem ersten Sieg im Jahr 2016 mit nun 30 Zählern wieder Anschluss an die Europapokalplätze. Vier Tage vor dem Champions-League-Duell bei KAA Gent war dies besonders wichtig. „Dieses positive Gefühl, diesen Spaß müssen wir jetzt mit in die Woche nehmen“, meinte Torschütze Knoche.

Schon zur Halbzeit war das Spiel gelaufen

Bereits vor dem Spiel gab es einige deutliche Zeichen. VfL-Coach Hecking, dem vom Stadionsprecher demonstrativ der Rücken gestärkt wurde, verzichtete angesichts der indiskutablen Leistung von Nicklas Bendtner beim 0:3 in der Vorwoche auf Schalke auf den Angreifer. Trotz der aktuellen Notsituation im Sturm stand der dänische Problemprofi gar nicht erst im Kader. „Ich werde das nicht begründen“, meinte Hecking hernach.

Der „Vorsänger“ in der VfL-Kurve forderte die Wolfsburger Fans nach dem Schulterschluss mit den Profis vor dem Spiel auf, auf Pfiffe zu verzichten. Dennoch wurden die Spieler mit einem ebenso derben wie eindeutigen Slogan empfangen: „Reisst euch endlich den Arsch auf“, hing als Transparent im Stadion. „Natürlich haben die Fans auch irgendwo Recht nach den Spielen der letzten Woche“, sagte Knoche.

In der Tat bemühten sich die Niedersachsen gegen biedere Gäste deutlich, auch wenn spielerisch noch deutlich Luft nach oben ist. Ingolstadt spielte solide, machte es den vermeintlich verunsicherten Gastgebern durch ständige Fehler im Aufbau aber zu leicht. Nach einem solchen vollendete Draxler mit seinem dritten Saisontor einen Konter, ehe Knoche nach einer Ecke zu seinem ersten Saisontor im erst zweiten Spiel in dieser Spielzeit abstaubte.

Schon zur Halbzeit war das Spiel gelaufen. VfL-Keeper Koen Casteels, der den verletzten Diego Benaglio (Blockade im Rippenbereich) vertrat, wurde erst nach 67 Minuten erstmals geprüft, als der Belgier einen Kopfball von Marvin Matip erstklassig parierte. Aus dem Spiel heraus blieb Ingolstadt aber vollkommen harmlos. Da auch Wolfsburg nicht mehr als nötig tat und einige vielversprechende Angriffe nicht konsequent zu Ende spielte, erlebten die gut 26 000 Zuschauer eine öde zweite Hälfte. (dpa)

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