Euroleague-Reise nach St. Petersburg : Alba Berlin und die Partie nach der Party

Wer feiern kann, kann auch arbeiten. Blöder Spruch, für die Alba-Profis nach dem Pokalsieg aber schnöde Realität: Es geht in der Euroleague weiter.

Leonard Brandbeck
Zur Party? Zur Party: Landry Nnoko, Peyton Siva und Rokas Giedraitis (von links nach rechts) haben was zu feiern.
Zur Party? Zur Party: Landry Nnoko, Peyton Siva und Rokas Giedraitis (von links nach rechts) haben was zu feiern.Foto: Andreas Gora/dpa

Es ist eine kräftezehrende Saison, die Alba Berlin seit September durchläuft, keine Frage. Die Dauerschleife, in der Trainer Aito Garcia Reneses über die vielen Spiele, Reisen und geschlauchten Profis klagt, dürfte inzwischen mehr Runden gedreht haben als S41 und S42 zusammen. In dieser Woche haben sich die Berliner ein paar zusätzliche Strapazen jedoch ausnahmsweise einmal selbst eingebrockt.

Schließlich hat das Team am vergangenen Sonntag nicht nur beim so sehnlich begehrten Finaltriumph im Pokal gegen Oldenburg Körner gelassen, sondern auch bei den Feierlichkeiten danach. Als rings um ihn schon der Gerstensaft floss und die Spieler sich in ihren – wenn man so will – Sangeskünsten zu überbieten versuchten, kündigte Albas Geschäftsführer Marco Baldi bereits an: „Das geht noch weiter. Und da ist ehrlich gesagt auch geschissen drauf, ob jetzt am Donnerstag ein Spiel in St. Petersburg ist oder nicht.“

Alba Berlins Spielplan im Februar

  • 2.2. – BBL: Oldenburg – Alba Berlin 93:88
  • 4.2. – Euroleague: Olimpia Mailand – Alba Berlin 96:102
  • 6.2. – Euroleague: Alba Berlin – Real Madrid 97:103
  • 9.2. – BBL: Alba Berlin – Göttingen 96:71
  • 11.2. – BBL: Ulm – Alba Berlin 106:112 n. V.
  • 16.2. – Pokalfinale: Alba Berlin – Oldenburg 89:67
  • 20.2. – Euroleague: Zenit St. Petersburg – Alba Berlin (18 Uhr)
  • 27.2. – Euroleague: Alba Berlin – Anadolu Istanbul (20 Uhr)

Am Donnerstag (18 Uhr/Magentasport) ist ein Spiel in St. Petersburg. In der Euroleague, unter Beteiligung von Alba Berlin. Eines, in dem die Berliner sich sogar so ihre Chancen ausrechnen dürften. Schließlich ist Gegner Zenit neben Bayern München eines der beiden Teams, die in der Tabelle hinter Alba liegen.

So starteten die Berliner Anfang Oktober mit einem überraschenden wie auch überraschend deutlichen 85:65-Sieg gegen das Team aus Russland in die Euroleague-Saison. Und während Alba seither die Erwartungen mindestens erfüllt hat, war für St. Petersburg so ziemlich das Gegenteil der Fall. Erst in der vergangenen Woche musste daher der bisherige Trainer Joan Plaza gehen, weshalb am Donnerstag mit dem erfahrenen Euroleague-Coach Xavi Pascual ein neuer Mann sein Glück auf Zenits Trainerbank versuchen wird.

Drei Tage beziehungsweise Nächte hatten die Berliner dann Zeit, um sich von Pokalfinale wie -party zu erholen. „Natürlich wird das kurzfristig schwer, so schnell wieder in die Spur zu finden“, sagt Manager Baldi. „Das war ein Kraftakt, physisch, und auch mit der Feier danach.“ Stefan Peno, Makai Mason und Tim Schneider werden Alba ohnehin verletzt fehlen. Doch auch Johannes Thiemann und Luke Sikma sind für das Spiel in St. Petersburg fraglich. Vom Pokalabend kehrten sie angeschlagen zurück – aus rein sportlichen Gründen natürlich. (mit dpa)

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!