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FC Bayern München : Denkwürdige Pressekonferenz: Rundumschlag der Bayern-Bosse

Uli Hoeneß und Co. beraumen eine Pressekonferenz ein, um die Berichterstattung der vergangenen Wochen zu kritisieren - und reden sich in Rage.

Ungerecht behandelt? Niko Kovac und Uli Hoeneß.
Ungerecht behandelt? Niko Kovac und Uli Hoeneß.Foto: imago/Oryk HAIST

Es ist schon eine merkwürdige Konstellation, in der die Verantwortlichen des FC Bayern München am heutigen Freitag vor die Presse traten. Vor dem Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den VfL Wolfsburg sprach zunächst Trainer Niko Kovac um 11 Uhr in einer Pressekonferenz. Danach äußerten sich Präsident Uli Hoeneß, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic auf einer eigens für sie anberaumten zweiten PK. Auf die brennende Frage, was denn um 12 Uhr verkündet würde, antwortete Kovac betont lässig: "Lassen wir uns überraschen." Sein verschmitztes Lächeln verriet, dass es interessant werden könnte. Und genau das wurde es.

"Es ist ein wichtiger Tag heute", begann Karl-Heinz Rummenigge, "denn wir teilen ihnen mit, dass wir uns das nicht mehr gefallen lassen. Sie mögen daran Spaß haben, aber wir werden diese herabwürdige, hämische Berichterstattung nicht mehr bieten lassen." Der Presse-Talk wurde zur Abrechnung mit den Medien - speziell mit der "Bild"-Zeitung. "Wir haben gegen den Springer-Konzern eine Unterlassungserklärung abgegeben", erklärte Rummenigge, dem beispielsweise die Berichterstattung über die Kreuzbandoperation von Corentin Tolisso missfiel. "Mit dem heutigen Tag werden wir unsere Spieler, unseren Trainer und und den Klub schützen."

Rummenigge sucht Schuld nicht bei den Medien

Rummenigge betonte, dass der FC Bayern die Schuld für die Resultate nicht bei den Medien suche, er erwarte auch nicht, dass man da gelobt wird. "Aber es gibt Unterschied zwischen fairer und kritischer Berichterstattung. Aber wir wollen faktische Berichterstattung." Uli Hoeneß redete sich anschließend in Rage und sagte: "Das Herangehen der Presse ist eine Frechheit. Wir werden kritisch mit unseren Spielern umgehen, aber wir werden keine respektlose Berichterstattung akzeptieren."

Eine Pressekonferenz der drei Verantwortlichen gibt es nicht oft beim deutschen Fußball-Rekordmeister. Nicht einmal bei Kovac' Vorstellung waren alle drei zugegen. Zuletzt traten die drei Bosse im Oktober 2017 zusammen vor die Presse - als sie Jupp Heynckes als Nachfolger von Carlo Ancelotti vorstellten.

Fest steht: Nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg stecken die Münchner in der Krise. Als Tabellensechster stehen die Bayern unter Druck und brauchen beim VfL und drei Tage später im Auswärtsspiel der Champions League in Athen Erfolge. Sieben Pflichtspiele in 22 Tagen stehen für den Meister an. Nach den Auswärtsspielen in Wolfsburg und Athen geht es mit Partien beim FSV Mainz und im Pokal beim Regionalligisten SV Rödinghausen ebenfalls auf fremdem Platz weiter. (Tsp/dpa)

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