FC Bayern unter Druck : Warum die Münchner trotzdem Meister werden

Der FC Bayern München offenbart in dieser Saison viele Schwächen. Doch ob die Konkurrenz davon profitieren kann, ist fraglich. Ein Kommentar.

Bayerns Thomas Müller grämt sich derzeit, zum Saisonende dürfte er aber wohl wieder feiern.
Bayerns Thomas Müller grämt sich derzeit, zum Saisonende dürfte er aber wohl wieder feiern.Foto: dpa

Christian Streich wird den folgenden Satz verabscheuen: Der SC Freiburg darf von der deutschen Fußball-Meisterschaft träumen! Ja, ja, lieber Herr Streich, das kommt davon, wenn man so kurz vor der Winterpause vor den Münchner Bayern steht. Und es kommt noch besser. Denn die Freiburger, derzeit Fünfter, sind sogar Meisterschaftsfavorit. Eine steile These? Mitnichten!

Immerhin dümpelt ein großer Freiburger Konkurrent gerade auf Platz sieben herum, das ist der FC Bayern. Sämtliche Abgesänge sind schon geschrieben worden, sie können nach der 1:2-Niederlage im Spitzenspiel bei Borussia Mönchengladbach noch einmal hervorgekramt werden. Den Münchnern wird insbesondere gern vorgehalten, sie betrieben eine kurzsichtige Trainer- und Kaderplanung und entwickelten keine Zukunftsvisionen. Und vielleicht stimmt das sogar.

Bayern hat die größte Qualität

Lediglich sieben Siege sind den Münchnern in 14 Spielen gelungen. Ihre langjährigen Stützen sind brüchig geworden, ihr Trainer ist keiner von Welt, sondern vom Dorf. Und wenn Robert Lewandowski nicht trifft, will auch sonst keiner so recht. Kritiker dürfen sich ob der bajuwarischen Malaise in dieser Saison bestätigt fühlen. Nur: Was heißt das für die Liga? Wer kann davon profitieren?

Dass die Bayern (auf sehr hohem Niveau) wackeln, ist ja keineswegs neu. Das war schon in der vergangenen Saison so, als weder Leipzig, Mönchengladbach noch Dortmund die Nachlässigkeiten der Dauermeisterbayern ausnutzen konnten. Allesamt waren sie nicht stark genug, die teilweise schwachen Münchner als Meister abzulösen.

Diese Saison ähnelt der vergangenen insofern, weil die Bayern nach dem 14. Spieltag erneut einen ordentlichen Rückstand auf den Tabellenführer haben. Sieben Punkte sind es diesmal, neun waren es vor einem Jahr auf seinerzeit furiose Dortmunder. So dominant wie es der BVB zum damaligen Zeitpunkt war, ist in dieser Spielzeit bislang kein Team, weder Mönchengladbach noch Leipzig und schon gar nicht Dortmund. Über die Qualitäten des Bayern-Kaders verfügt auch keiner der Konkurrenten.

Bleiben noch die früheren Meisterverweigerer Schalke und Leverkusen als Bayern-Konkurrenten, wobei kaum ein Fußballfan ernsthaft annimmt, dass diese Mannschaften mit ihrer Vize-Tradition brechen werden. Als frisch und unbelastet gilt aus den Top sechs nur der SC Freiburg – so blöd das für Christian Streich auch klingen mag.

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!