Forderung eines Bundesliga-Profis : Helmpflicht für Fußballer – warum nicht?

Bundesliga-Profi Klaus Gjasula fordert eine Helmpflicht für Fußballer. Er hat zwar recht, wird aber so schnell nicht recht bekommen. Ein Kommentar.

Helmpflicht für alle? Wenn es nach Paderborns Klaus Gjasula geht, dann ja.
Helmpflicht für alle? Wenn es nach Paderborns Klaus Gjasula geht, dann ja.Foto: Frank Molter/dpa

Stutzen, Hose, Trikot, Schuhe, Schienbeinschoner und – Helm. Was jetzt als obligatorisches Ausrüstungsstück im Fußball vielleicht noch abenteuerlich wirken mag, könnte normal werden. Wenn es nach dem Paderborner Bundesliga-Profi Klaus Gjasula geht jedenfalls. Der fände es nämlich „sinnvoll“, wenn alle Spieler in der Liga künftig mit Kopfbedeckung auflaufen würden. So, wie Gjasula das selbst schon macht. Nachdem er früher mal einen Bruch des Jochbeins erlitt, fühle er sich so sicherer.

Das klingt erst einmal und aus konservativer Sicht gesehen nach einer absurden Idee. Der Helm stört womöglich beim Laufen, beim Kopfball und sieht zudem auch noch unschön aus. Wir sind ja nicht beim American Football. Dass man beim Fußball die Köpfe der Spieler gut erkennen kann, ist ein klares Plus im Vergleich zu den Helmsportarten. Allerdings sieht Sicherheit selten gut aus und zudem ist Gjasula nicht der erste Spieler mit Helm, Startorwart Petr Cech trug das Utensil schon viel früher auf dem Platz, ebenfalls nach schlimmer Verletzung.

Und die Diskussion um die Helmpflicht läuft gesellschaftlich bereits auf vielen Ebenen. Früher trugen Hobbyskifahrer keine Helme, heute ist es fast überall auf den Pisten Pflicht. Im Eishockey haben die harten Jungs früher helmfrei ihren Kopf riskiert, heute bekommt ein Spieler Strafminuten, wenn er den Helm auf dem Eis verliert und weiterspielt. Bei Radlern oder nun bei den E-Scootern wird der obligatorische Helm bestimmt auch noch kommen, warum also nicht beim Fußball? Und, mal weitergedacht: Die Sportartikel-Industrie würde frohlocken über die Helmpflicht, sie würde ungeahnte Vermarktungsmöglichkeiten eröffnen.

So gesehen hat Klaus Gjasula mit seinem Vorstoß also recht. Aber er wird so schnell nicht recht bekommen. Weil sich die ganz große Mehrheit Helme im Fußball einfach nicht vorstellen will. Aber vielleicht ändert sich auch das – nach ein paar langen medizinischen Studien und jahrelangen Diskussionen. Schließlich dauerte es auch bei Schienbeinschonern seine Zeit, bis sich die Vernunft gegen die Zweifel durchsetzte. Und heute? Sind sie nicht mehr wegzudenken.

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