Keine Chance für Crailsheim : Alba Berlin gewinnt ein emotionales Spiel

Die Trauer um Superstar Kobe Bryant ist auch beim Heimspiel von Alba Berlin allgegenwärtig. Die Berliner schlagen Crailsheim am Ende deutlich.

Albas Peyton Siva (l) spielt den Ball vorbei an Crailsheims Abwehr.
Albas Peyton Siva (l) spielt den Ball vorbei an Crailsheims Abwehr.Foto: dpa

Ein Basketball-Spiel dauert in Deutschland normalerweise 40 Minuten, aber was ist schon normal seit Sonntag, seit Kobe Bryant bei einem Helikopter-Unfall nahe Los Angeles ums Leben gekommen ist. Auch beim Heimspiel von Alba Berlin gegen Crailsheim am Montagabend war die Tragödie um die NBA-Legende anfangs das große Thema.

Martin Hermannsson kam in einem Trikot der LA Lakers in die Halle, auch im Fanblock hing ein solches und nach einer Schweigeminute ließen beide Mannschaften die 24-Sekunden-Wurfuhr als Hommage an Bryants langjährige Trikotnummer ablaufen. In den folgenden 39 Minuten und 12 Sekunden setzte sich Alba vor 7131 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof gegen das Überraschungsteam der BBL 98:82 (22:22, 30:18, 23:19, 23:23) durch. Beste Werfer waren Hermannsson und Crailsheims Jeremy Morgan (je 18 Punkte) sowie Rokas Giedraitis (17).

Tim Schneider fiel kurzfristig aus

Nach dem emotionalen Beginn dauerte es ein paar Minuten, ehe das Geschehen auf dem Parkett echten Wettkampfcharakter bekam. Die Gäste zeigten dann allerdings, warum sie auf Platz vier der Tabelle stehen. Crailsheim spielte schnell, ließ den Ball geduldig laufen und traf anfangs sehr viele Dreier. Da Alba physische Vorteile hatte und besser aus Nahdistanz traf, konnte sich im ersten Viertel kein Team einen klaren Vorsprung erarbeiten.

Das änderte sich im zweiten Abschnitt. Crailsheim hatte aus der Distanz keinen Erfolg mehr – ganz im Gegensatz zum Berliner Dreierspezialisten Marcus Eriksson. Der Schwede erzielte mehrere Punkte in kurzer Zeit, auch Hermannsson fand einen guten Rhythmus und so zog Alba langsam davon.

Zumal die Gäste, die ohnehin die meiste Zeit nur mit einer kleinen Rotation von acht Spielern agierten, Foulprobleme bekamen. DeWayne Russell und Javontae Hawkins hatten schon in der ersten Halbzeit drei Fouls, wenig später erweiterte sich diese Liste noch um Sebastian Herrera, Aaron Jones und Maurice Stuckey.

Zur Pause führte Alba mit zwölf Punkten und auch wenn sich die Gäste nicht aufgaben, wurde es nicht mehr viel enger. Die Gastgeber hatten das Spiel mit ihrem ausgeglichenen Kader im Griff. Der kurzfristige Ausfall von Tim Schneider, der am Montag an der Bandscheibe operiert wurde, tat Alba gegen Crailsheim nicht weh.

In den kommenden Wochen und Monaten könnte der Power Forward dem Team allerdings durchaus fehlen. Am Donnerstag geht es für die Berliner mit dem nächsten Heimspiel weiter, dann dürfte es deutlich schwerer werden – und voller. Denn Fenerbahce Istanbul bringt nicht nur einige Topspieler mit, sondern immer auch viele Zuschauer.

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