Kolumne: Meine Paralympics : Zocken mit geflügelten Helden

Unsere Kolumnistin kann mit Ballerspielen nicht viel anfangen. Dafür freut sie sich umso mehr auf die Pegasus Dream Tour.

Spielfiguren mit besonderen Kräften in der Pegasus Dream Tour.
Spielfiguren mit besonderen Kräften in der Pegasus Dream Tour.Foto: JP Games

Ich verachte Egoshooter. Wie tickt diese Welt, wie ticken wir Menschen, wenn mit tödlichen Waffen Geschäfte gemacht werden. Dass Angriffe realitätsfern am Joystick ausgeführt werden, dass Millionen Menschen fliehen, aus Angst vor Bombardements und davor, abgeschlachtet zu werden. Aus der arabischen Welt gibt es Berichte, dass Islamisten angeblich Kinder zwingen, mit den Köpfen Hingerichteter Fußball zu spielen.

Und dann zocken rund um den Globus Jugendliche suchtartig Krieg am Computer oder bei E-Sport-Turnieren und feiern Kopfschüsse und Tötungen mit Echtblutanimation bei Kriegsschlachtszenen. Die Hersteller dieser „Spiele“ verdienen Milliarden, und Fernsehsender kassieren dank Werbung im Zuge von Übertragungen. ProSieben etwa hat im Free-TV unerträglich lange ein Counter-Strike-Finale aus den USA live übertragen. Soll Sport sein.

Die versehrten Kindersoldaten oder Kämpfer im wahren Leben trifft man bei den Paralympics.

Einige haben es geschafft, trotz Trauma, nach Depression, nach Therapie, dank des Sports weiterzuleben. Am Handy spielen geht aber auch anders: Bald soll es das erste offizielle Paralympics-Videospiel der Geschichte geben. Das Internationale Paralympische Komitee IPC will nächstes Jahr die Abenteuer von Superhelden mit Prothesen und Rollstuhl in kraftvoller Fantasy-Comic-Optik namens The Pegasus Dream Tour veröffentlichen. Direktor Hajime Tabata von „Final Fantasy XV“ entwickelt mit seinem Studio JP Games geflügelte Sportspielfiguren samt besonderer Superkräfte, für Rollenspiele in der fiktiven Metropole Pegasus City.

Die Charaktere sehen schon mal cool aus! Kann sein, dass selbst ich dann mal an Playstation und Handy zocke.

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