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Louis Olinde (rechts) erzielte am Sonntag mit 24 Punkten so viele wie nie zuvor. Johannes Thiemann zeigte mit 22 Punkten ebenfalls eine starke Leistung.
© IMAGO/camera4+

24 Punkte beim Sieg gegen Ludwigsburg: „Louis ist ein Spitzenjunge“

Louis Olinde punktet beim Sieg im zweiten Halbfinale besser als je zuvor. Der Flügelspieler und Alba fahren am Freitag selbstbewusst nach Ludwigsburg.

Das Spiel war seit etwa zehn Minuten vorbei, als Marco Baldi im Gang Richtung Kabine stand. Anderthalb Meter hinter ihm wartete Louis Olinde auf ein Interview und das bremste Alba Berlins Manager deutlich. „Entschuldigt, wenn ich jetzt keine große Eloge auf den jungen Mann hier halte“, sagte Baldi und zeigte auf den 24 Jahre alten Flügelspieler. „Louis ist ein Spitzenjunge. Das wissen wir alle, und daran ändert sich auch nichts, wenn er alle Dreier reinschießt.“

Olinde war fraglos der Mann des Abends beim 100:76-Heimsieg von Alba im zweiten Halbfinale gegen die Riesen Ludwigsburg. Mit 24 Punkten traf der gebürtige Hamburger am Sonntag besser als je zuvor in seinen sechs Jahren in der Basketball-Bundesliga. Fünf seiner sechs Dreipunktewürfe landeten im Korb, dazu holte er fünf Rebounds. „Das tut natürlich gut, aber man muss das auch einordnen“, sagte Olinde. „Das eine Spiel ändert nicht viel.“

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Für das Selbstvertrauen ist seine Galavorstellung aber nicht zu unterschätzen. Diese Saison war für Olinde bisher ein großes Auf und Ab. Gute Auftritte wechselten sich mit sehr unauffälligen Spielen ab, Anfang Februar verletzte er sich am Daumen der linken Hand und musste zwei Monate pausieren. Den Triumph im Pokal musste er daher in Zivil verfolgen. Dass ihm nun in den Play-offs sein bestes Spiel im Alba-Trikot gelang, „ist sehr gut fürs Selbstvertrauen“, sagte Olinde.

Besonders seine überragende Quote aus der Distanz sorgte bei Kollegen und Fans für Begeisterung. In dieser Saison hatte Olinde zuvor magere 25 Prozent seiner Dreier getroffen, bei der knappen Heimniederlage gegen Ludwigsburg in der Hauptrunde hatte er aus der Ecke den entscheidenden Wurf in der Hand, traf aber nur den Ring. „Ich arbeite viel mit Carlos (Frade, Albas Individualtrainer, Anm. d. Red.) an meinem Wurf, aber das ist immer noch ein kleiner Schwachpunkt in meinem Spiel“, sagte Olinde. Am Sonntag war davon nichts zu sehen. Der 2,05 Meter große Flügelspieler traf und traf und traf. „Ohne Druck trifft man am besten und ich spüre hier den Rückhalt von Mannschaft und Trainern“, sagte Olinde.

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Nach dem klaren Sieg im zweiten Spiel hat Alba nun einige Tage Pause, bevor die Berliner am kommenden Freitag die Chance haben, die Halbfinalserie frühzeitig zu beenden. Hält die seit 16 Spielen andauernde Siegesserie auch in Ludwigsburg, stünde Alba zum fünften Mal in Folge im Finale um die deutsche Meisterschaft. „Es sieht gut aus und besser hätten wir es bisher nicht machen können“, sagte Baldi. In Ludwigsburg erwartet er allerdings eine sehr schwierige Aufgabe.

Eine erneute Glanzleistung von Olinde würde dabei natürlich helfen, doch der 24-Jährige will sich keinen Druck machen. „Natürlich würde ich daran gerne anknüpfen, aber ich darf auch nicht zu viel wollen“, sagte Louis Olinde. „Ich muss mich auf meine Stärken konzentrieren: gut verteidigen, Rebounds holen – dann fallen die anderen Dinge von allein.“

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