Nach dem Transfertheater bei Bayern München : Und jetzt reden wir wieder über Sport

Endlich haben sich die Bayern standesgemäß verstärkt. Endlich keine Spekulationen mehr über Domino-Effekte oder die Gesundheit von Leroy Sané. Ein Kommentar.

Leonard Brandbeck
Viel Redebedarf: Die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge, Hasan Salihamidzic und Uli Hoeneß (von links nach rechts) haben einen komplizierten Sommer hinter sich.
Viel Redebedarf: Die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge, Hasan Salihamidzic und Uli Hoeneß (von links nach rechts) haben einen...Foto: Peter Kneffel/dpa

Hat eigentlich ernsthaft jemand erwartet, dass Bayern München am Ende der Transferperiode nur mit halber Kapelle dasteht? Dass am Ende Jann-Fiete Arp die einzige offensive Neuverpflichtung bleibt? Und dass sich am Ende nicht doch noch ein Türchen auftut, durch das die Bayern noch ein, zwei namhaftere Profis nach München locken?

Konnte man sich eigentlich kaum vorstellen. Und trotzdem wurde in den vergangenen Wochen wieder munter diskutiert, was da wohl los ist in München. Da war natürlich viel Häme dabei. Und zugegebenermaßen: „Wenn Sie wüssten, was wir alles schon sicher haben für die neue Saison“, ist natürlich als Klassiker unter den Sprachschätzen des deutschen Fußballs geradezu prädestiniert.

Am Ende ist dann aber natürlich doch alles so gekommen, wie es beim Rekordmeister üblich ist. In der kommenden Saison stehen mit Philippe Coutinho und Ivan Perisic zwei weitere Profis im Team, die selbstverständlich ganz ordentlich kicken können und den Kader der Bayern den eigenen Ansprüchen gemäß auf Stand bringen. Wie gut, dass das ständige Transfer-Hickhack damit vorbei ist.

Denn so kann bei den Bayern jetzt auch endlich wieder über sportliche Belange gesprochen werden. Endlich ist es vorbei mit den täglichen Updates über den Gesundheitszustand von Leroy Sané. Mit der Aufregung über das Murren von Spielern, Beratern oder Experten aus dem Bayern-Dunst. Mit der hektischen Durchleuchtung eines jeden Winkels des europäischen Fußballs nach neuen Transferkandidaten. Mit Vergleichen von Gareth Bale und Ousmane Dembélé, von Nabil Fekir und Hakim Ziyech, von Callum Hudson-Odoi und Timo Werner. Mit dem bangen Blick – Stichwort Domino-Effekt – nach Madrid und Barcelona. Und mit dem nächsten Rüffel der Bayern-Platzhirsche Hoeneß und Rummenigge für ihre Gehilfen Kovac und Salihamidzic.

Auf dem Weg zur Aufpolierung des Kaders haben sich die Münchner Verantwortlichen sicherlich nicht übermäßig geschickt angestellt. Von einer Transferstrategie zu sprechen, würde das Wort „Strategie“ ad absurdum führen. Trotzdem sind sie an ihr Ziel gelangt. Und damit ist nun endlich, endlich Ruhe. Bis dann im Winter Leroy Sané wieder fit wird.

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