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Nach den rassistischen Aussagen von Tönnies : Mitglied des Schalker Ehrenrates tritt zurück

Kornelia Toporzysek tritt wenige Wochen nach dem Fall Tönnies aus dem Schalker Ehrenrat zurück. Nun erläutert die Richterin die Gründe dafür.

Bei der Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 spricht Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies.
Bei der Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 spricht Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies.Foto: imago images / RHR-Foto

Im August rückte beim FC Schalke 04 auf einmal ein Gremium in den Mittelpunkt, das sonst eher im Hintergrund agiert: der Ehrenrat. Die Aufgabe des fünfköpfigen Rates war, über die Konsequenzen für Clemens Tönnies zu entscheiden.

Der Aufsichtsratschef des Fußball-Bundesligisten hatte sich auf dem "Tag des Handwerks" rassistisch geäußert und war heftig dafür kritisiert worden.

Das Strafmaß des Ehrenrats war dann vielen Anhängern des Klubs zu milde: Drei Monate lang lässt Tönnies sein Amt ruhen, er soll diese Strafe selbst vorgeschlagen haben. Der Rat sprach ihn sogar vom Vorwurf des Rassismus frei. Nun ist eine der Personen aus dem Ehrenrat zurückgetreten.

Kornelia Toporzysek verkündete am Dienstag auf Twitter: "Ich bin heute mit sofortiger Wirkung als Mitglied des Ehrenrates von S04 zurückgetreten. Ich bedanke mich für das Vertrauen, glaube aber nicht daran, dass die vereinsinternen Strukturen eine meinem Amtsverständnis entsprechende Erfüllung der Aufgaben des Ehrenrates zulassen".

Der Twitter-Account von Toporzysek ist nicht öffentlich einsehbar, aber es kursierten bereits Screenshots des Tweets. Eine Sprecherin des FC Schalke 04 bestätigte gegenüber dem Tagesspiegel, dass der Rücktritt beim Verein eingegangen sei.

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Am Nachmittag veröffentlichte Toporzysek, die Richterin am Oberlandesgericht Düsseldorf ist, eine persönliche Erklärung, die dem Tagesspiegel vorliegt und die dem Tweet ähnelt:

"Ich bin heute mit sofortiger Wirkung als Mitglied des Ehrenrates des S04 zurückgetreten. Ich bedanke mich für das Vertrauen, das viele Mitglieder in mich gesetzt haben. Sie haben von mir als Richterin erwartet, dass ich das Amt objektiv, unabhängig und ohne Ansehung der Person ausüben werde. Ich glaube nicht mehr daran, dass die (vereins-)internen Strukturen eine meinem Amtsverständnis entsprechende Erfüllung der Aufgaben zulassen."        

Der Rücktritt scheint ein weiterer Beleg dafür zu sein, dass bei der Entscheidung über Tönnies' Verhalten keinesfalls Einigkeit innerhalb des Ehrenrats herrschte. Vor allem die Rolle von dem Ratsmitglied Klaus Bernsmann scheint zweifelhaft zu sein, weil er früher als Anwalt für Tönnies gearbeitet hat.

Der Ehrenrat des Klubs ist auch weiterhin beschlussfähig, sodass die Position von Toporzysek nicht direkt nachbesetzt werden muss.

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