
© imago/Matthias Koch/imago/Matthias Koch
Zweimal Union, ein Duo und eine Premiere: Berlins Sportlerinnen und Sportler des Jahres stehen fest
In fünf Kategorien sind die Besten ausgezeichnet worden. Eine Frau lässt dabei alle neun nominierten Männer hinter sich.
Stand:
Im vergangenen Jahr belegte sie den zweiten Platz, nun hat es Ailien Poese noch eine Stufe höher nach ganz oben geschafft. Die 41 Jahre alte Trainerin der Fußball-Frauen des 1. FC Union ist bei der Wahl zu Berlins Sportlern des Jahres in der Kategorie „Trainer/in, Manager/in“ auf den ersten Platz gewählt worden. Poese war die einzige Frau, die 2025 dort zur Wahl stand.
Hinter ihr landeten auf Rang zwei und drei Thomas Bothstede (Eisbären-Geschäftsführer) und Bob Hanning (Füchse-Manager), deren Vereine deutscher Meister geworden sind.
Der 1. FC Union, der in diesem Jahr sehr souverän in die Bundesliga aufgestiegen ist, siegte auch beim Frauenteam des Jahres. Sportlerin des Jahres ist die Eiskunstläuferin Minerva Hase (vor Sprinterin Gina Lückenkemper), ihr Partner Nikita Volodin siegte bei den Sportlern (vor Speerwerfer Julian Weber). Die Auszeichnung bei den Männerteams ging an die Handballer der Füchse Berlin.
In allen Bereichen gab es andere Gewinner als 2024, die Ehrungen fanden am Samstagabend im Hotel Estrel in Neukölln statt. Vom 17. Oktober bis 11. November hatten in jeder Kategorie zehn Optionen zur Auswahl gestanden. Das Ergebnis setzte sich je zur Hälfte aus den Abstimmungsergebnissen des Publikums und einer Expertenjury zusammen. Berlins Sportler des Jahres werden seit 1979 gewählt.
Ailien Poese trainiert die Frauen des 1. FC Union seit 2022
Die Erfolge der Union-Frauen, die sich bei der Wahl vor Alba Berlin durchsetzten, sind eng mit dem Namen Ailien Poese verbunden. Die langjährige Spielerin des Klubs übernahm im Jahr 2022 das Amt der Trainerin bei den Frauen, davor war sie zunächst in Unions Nachwuchsbereich und dann lange beim Berliner Fußball-Verband sowie beim DFB tätig.

© imago/Matthias Koch/imago/Matthias Koch
2023, noch in der Regionalliga Nordost, machte der Klub die Spielerinnen zu Profis. 2024 gewann Union in der Liga unter Trainerin Poese 22 von 22 Spielen und in der Relegation insgesamt 10:0 in zwei Partien gegen den SV Henstedt-Ulzburg. 2025 gelang als Zweitliga-Meister der Aufstieg in die höchste Spielklasse. „Ich schaue mit sehr viel Wertschätzung auf diese Ehrung, weil sie zeigt, dass die Arbeit, die wir jetzt über viele Jahre bei Union leisten, eine gewisse öffentliche Anerkennung erhält“, sagt Poese.
Das Umfeld wuchs rund um die Erfolge des Teams ebenfalls rasant: Seit dem Aufstieg in die Zweite Liga fanden alle Partien im Stadion An der Alten Försterei statt. Der Schnitt in der Saison 2024/25 lag bei 7190 Zuschauern. Das bedeutete Platz vier – in ganz Europa.
Aktuell liegt Union mit elf Punkten aus elf Spielen in der 14er-Liga auf dem elften Platz. „Ich bin überzeugt davon, dass wir es schaffen werden, im Laufe dieser Saison gut in der Bundesliga anzukommen und weiß, dass diesbezüglich noch viel Arbeit vor uns liegt“, sagt Poese.

© imago/Matthias Koch/IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch
Deutsche Meister bei den Männerteams hatte Berlin zwischen April und Juni 2025 wieder einige hervorgebracht. Dass der Sieger bei der Wahl aus diesem Kreis kommen würde, war naheliegend. Durchgesetzt hat sich mit den Füchsen (vor den Eisbären und den BR Volleys) eine Mannschaft, die zum ersten Mal die Meisterschaft geholt hat. Zudem erreichten die Berliner das Finale in der Champions League.
Alles unter Jaron Siewert als Trainer, der trotz der großen Erfolge kurz nach Saisonbeginn völlig überraschend gehen musste. Nicolej Krickau übernahm und nach einer kurzen Schwächephase hat sich das Team schnell stabilisiert, liegt in der Bundesliga in der Spitzengruppe und führt die Gruppe in der Champions League verlustpunktfrei an.
Minerva Hase und Nikita Volodin standen im Jahr 2025 bei den beiden wichtigsten Paarlauf-Wettkämpfen auf dem Podest: Gold bei der EM in Tallinn, Silber bei der WM in Montreal, beides im ersten Quartal des Jahres.
Am vergangenen Wochenende holte das Duo den Sieg beim Grand Prix in Helsinki. Und das nächste große Ziel ist nicht mehr weit weg, die Olympischen Spiele 2026 in Mailand im Februar. Hase/Volodin gelten als ganz heiße Medaillenhoffnungen.
Aber erst einmal freuen sich beide über die Auszeichnung in Berlin. „Es ist irgendwie crazy, fühlt sich so unwirklich an, dass ich Sportlerin des Jahres bin und Nikita auch noch bei den Männern gewonnen hat“, sagt Hase.
- showPaywall:
- false
- isSubscriber:
- false
- isPaid: