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Jubel, Trubel, Heiterkeit: Der BVB feiert einen Sieg.
© Leon Kuegeler/REUTERS

24. Spieltag der Fußball-Bundesliga: Sicherheit in Dortmund, Torpedo-Alarm in Mainz

Dortmund und Mönchengladbach bleiben nach knappen Siegen oben dran, Paderborn hingegen kommt nach einem 0:2 in Mainz von unten wohl nicht mehr weg.

In Dortmund wird Sicherheit groß geschrieben, Gladbach besiegt die Statistik und Mainz lässt Paderborn schwarz sehen.

Borussia Dortmund – SC Freiburg 1:0
Das Fußballstadion der Dortmunder glich am Samstag einer Bastion gegen nahezu alle Gefahren unserer Zeit. Wegen des Coronavirus wurden in der Arena zahlreiche Desinfektionsstationen installiert, Händewaschen ist in diesen Tagen selbst unter Fußballfans fast so populär wie ein frisch Gezapftes. Es soll in Dortmund sogar Anhänger gegeben haben, die häufiger beim Desinfizieren der zehn Finger gesehen worden sind als am Bierstand. Was auch daran lag, dass der BVB im Spiel gegen den SC Freiburg gleich doppelt auf Sicherheit bedacht war. Denn das Mitbringen von Desinfektionsfläschen war den Zuschauern nämlich untersagt, die hätten schließlich als Wurfgeschosse missbraucht werden können.

Bei so viel Vorsicht im weiten Viereck war es dann auch kein Wunder, dass die beiden Mannschaften auf dem Rasen das Risiko zunächst scheuten. Dortmunds Trainer Lucien Favre ging sogar soweit, dass er seinen Torjäger Erling Haaland auf die Bank setzte. Der hat seit seinem Wechsel zum BVB in der Bundesliga schon neun Treffer erzielt – und damit fünf mehr als die gesamte Freiburger Mannschaft im Jahr 2020 zusammen.

Wirklich gefährlich wurden die Dortmunder ohne Haaland vor dem Wechsel genau einmal. Und dieser eine gute Angriff führte gleich zum 1:0 durch Jadon Sancho. Viel mehr war vor der Pause nicht, der zweite Durchgang begann dann allerdings komplett unsportlich. Weil Dortmunds Anhänger Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp mit Schmähgesängen bedachten, wurde das Spiel kurzzeitig unterbrochen. Als es weiterging, blieben Chancen nach wie vor Mangelware. Also musste Haaland kommen. Doch das Tor wäre fast für die Freiburger gefallen. Nils Petersen hatte Roman Bürki per Kopf schon bezwungen, Lukasz Piszczek rettete aber auf der Linie – und sicherte dem BVB damit den knappen Sieg.

FC Augsburg – Mönchengladbach 2:3
Gladbachs Trainer Marco Rose wird sich vor dem Spiel wohl nicht lange mit Statistiken aufgehalten haben. Die wären auch zu frustrierend gewesen, schließlich hatte die Borussia in der Bundesliga noch nie beim FC Augsburg gewonnen. Und dann begann das Spiel auch gleich noch mit einer Schrecksekunde, als Schiedsrichter Markus Schmidt nach einem vermeintlichen Handspiel eines Gladbachers im FCA-Strafraum eine Hinweis aus Köln bekam. Doch für einen Elfmeterpfiff sah der Unparteiische keinen Anlass und so konnten die Gäste erst einmal durchatmen. Das taten sie ziemlich lange und waren damit auf einer Linie mit den Augsburgern, denn so richtig interessant wurde es in Halbzeit eins nicht.

Das änderte sich nach Wiederbeginn, als zunächst Ramy Bensabaini zur Führung traf und wenig später Lars Stindl auf 2:0 für die Borussia erhöhte. Der Weg zum ersten Sieg in Augsburg schien bereitet, doch ganz so leicht sollte das dann doch nicht werden. Eduard Löwen brachte die Gastgeber mit seinem Kopfballtor wieder heran. Und es passierte noch einiges. Erst stellte Stindl mit seinem zweiten Tor den alten Abstand wieder her, aber Alfred Finnbogasson verkürzte für Augsburg anschließend ein weiteres Mal. Beim 2:3 blieb es, die Gladbacher hatten die Statistik besiegt.

Wo ist er denn? Das Spiel zwischen Mainz und Paderborn war nur teilweise ein Hingucker.
Wo ist er denn? Das Spiel zwischen Mainz und Paderborn war nur teilweise ein Hingucker.
© Torsten Silz/dpa

1. FSV Mainz 05 – SC Paderborn 2:0
Mitte der ersten Halbzeit wurde den Zuschauern in Mainz schwarz vor Augen. Und dann brachen alle Dämme. Es stürmte und schüttete wie aus Eimern, an Fußball war eigentlich nicht mehr zu denken. Die Fans auf den billigen Plätzen verzogen sich schnell unter das Dach, was angesichts der vielen Lücken im Stadion ohne Weiteres möglich war. Von dieser heuschreckschwarmartigen Fluchtbewegung zeigten sich sich die Paderborner Fußballer einigermaßen beeindruckt. Denn während das Wasser nur so auf das Rasen platschte, mussten die Gäste mitansehen, wie sich Mainz torpedoartig durch die Fluten kombinierte und durch Karim Onisiwo ein Tor erzielte. Es war das 2:0, zuvor hatte bereits Robin Quaison für die 05er getroffen. Dabei hatte sich zunächst nicht wirklich angedeutet, dass Paderborn derart nass gemacht werden könnte.

Immerhin blieb dem Tabellenletzten noch die zweite Halbzeit und es wurde tatsächlich besser. Allerdings bezog sich das ausschließlich auf das Wetter, kurz zeigte sich nämlich die Sonne über Mainz. Am Ergebnis änderte sich aber nichts mehr. (Tsp)

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