• Spiel gegen Borussia Dortmund: Wie die Polizei die Fans von RB Leipzig schützen will

Spiel gegen Borussia Dortmund : Wie die Polizei die Fans von RB Leipzig schützen will

Fan-Ausschreitungen wie in der Vorsaison will die Polizei dieses Mal in Dortmund verhindern - doch Ultra-Gruppierungen könnten wieder Ärger machen.

Blamable Banner. Solche Bilder soll es beim BVB nicht mehr geben. Foto: Fassbender/dpa
Blamable Banner. Solche Bilder soll es beim BVB nicht mehr geben. Foto: Fassbender/dpaFoto: dpa

Versöhnlich klingt er nicht, der „Aufruf zum Heimspiel gegen Red Bull“ von der Dortmunder Ultra-Gruppierung „The Unity“. Darin heißt es, dass nach dem „vermeintlichen Skandal-Spiel“ im Februar diesen Jahres zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig eine Medien-Lawine über die Gruppe hereingebrochen sei. „Das alles ist für uns natürlich kein Grund, jetzt klein beizugeben. Dietrich Mateschitz’ Projekt ist heute genauso abzulehnen wie damals.“ Samstagnachmittag wollen die Ultras also vor dem Spiel einen Protestmarsch abhalten. „Mit geölten Stimmbändern machen wir uns um 16 Uhr gemeinsam auf den Weg.“

Bei dem vermeintlichen Skandalspiel am vierten Februar hatten Dortmunder Chaoten zahlreiche Leipziger Fans mit Flaschen und Steinen beworfen. Zehn Gästefans verletzten sich, knapp 170 Strafverfahren wurden eingeleitet, elf Strafbefehle wurden erlassen. Und natürlich: die Südtribüne, das Heiligtum eines jeden Dortmunder Fans, blieb im darauffolgenden Spiel gesperrt.

Es ist also ein besonderes Spiel, wenn die Dortmunder heute um 18.30 Uhr wieder die Leipziger empfangen. Besonders auch für die Polizei. Die war im Februar mitunter harsch kritisiert worden. Wo waren die Beamten bei den Attacken gegen die RB-Anhänger gewesen?

"Wir werden doppelt so viele Beamte wie im Februar einsetzen"

Auch heute noch rechtfertigt die Polizei Dortmund ihr Fernbleiben im Februar immer und immer wieder. „Es gab damals keine Erkenntnisse, dass Leipziger Anhänger Ziele von Attacken werden könnten“, sagt Cornelia Weigandt, Sprecherin der Dortmunder Polizei. Tatsächlich richtete sich die größtenteils verbale Gewalt bis dahin vor allem gegen die Klub-Verantwortlichen oder den Leipziger Mannschaftsbus.

Trotzdem und wohl auch wegen Protestbekundungen wie von „The Unity“ will die Dortmunder Polizei dieses Mal sich nicht vorwerfen lassen, auf etwaige Ausschreitungen nicht vorbereitet gewesen zu sein. Zur konkreten Strategie will die Polizei nichts sagen, auch nicht zur genauen Anzahl der Polizisten rund um das Spiel. Weigandt aber verrät: „Wir werden doppelt so viele Beamte wie im Februar einsetzen.“ Von bis zu 1000 Einsatzkräften gehen Beobachter aus.

Zudem werden die Leipziger Fans, die sich trotz der Anfeindungen im Februar wieder auf den Weg nach Dortmund machen, mehr oder weniger kontrolliert ins Stadion geführt werden. „Wir haben uns dafür eingesetzt, dass die Fans aus Leipzig frühzeitig anreisen“, erzählt Weigandt. Die Anhänger, so sehen es die Pläne der Polizei vor, sollen sich schon mehrere Stunden vor Anpfiff gesammelt an einem bestimmten Parkplatz am Stadion treffen. Von dort soll eine Polizeieskorte die Leipziger ins Stadion begleiten.

Trotz der verschärften Sicherheitsvorkehrungen sieht Weigandt dem Spiel recht gelassen entgegen. „Es gibt keine Anzeichen für Gewalt“, sagt sie. Genau das war im Februar auch schon der Fall gewesen.

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