Verletzungssorgen werden kleiner : Bei Alba Berlin naht die Verstärkung

Alba Berlins Peyton Siva peilt am Freitag in der Euroleague in Istanbul sein Comeback an und soll mit Martin Hermannsson ein starkes Spielmacher-Duo bilden.

Auf dem Weg zurück. Peyton Siva zog sich in der Vorbereitung eine Wadenverletzung zu und absolvierte in dieser Saison noch kein Pflichtspiel.
Auf dem Weg zurück. Peyton Siva zog sich in der Vorbereitung eine Wadenverletzung zu und absolvierte in dieser Saison noch kein...Foto: Francesc Juan/AFP7/dpa

Dass die Stimmung bei Alba Berlin ziemlich gut ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Nicht erst seit dem Saisonstart mit vier Siegen in vier Spielen erlauben sich die Berliner Basketballer den ein oder anderen Spaß mit ihren Mitspielern. Das gilt sogar für Konkurrenten um die selbe Position, zwischen denen in vielen Mannschaften eher eine Rivalität herrscht. Peyton Siva kommentierte kürzlich auf Twitter ein Foto, das ihn neben seinem acht Zentimeter größeren Spielmacher-Kollegen Martin Hermannsson zeigt, mit den Worten „Wow, Hermannsson ist gewachsen“ sowie einem nachdenklichen Emoji. Der Isländer antwortete seinerseits auf die Frage, wie sich die beiden die Rolle des Point Guards aufteilen werden, lachend mit einem kleinen Seitenhieb: „Ach, Peyton ist sowieso alle paar Wochen verletzt.“ Ganz unrecht hat er angesichts der Anfälligkeit von Siva damit sicherlich nicht, vor allem zeigen die kleinen Sticheleien aber, wie gut die Chemie im Team ist.

Nachdem eine Wadenzerrung Siva in den ersten vier Spielen außer Gefecht gesetzt hatte, naht nun seine Rückkehr auf das Parkett. Schon am Freitag (19.30 Uhr, live auf Magentasport) könnte der 28 Jahre alte US-Amerikaner beim Auswärtsspiel in der Euroleague gegen den Vorjahresfinalisten Anadolu Istanbul sein Saisondebüt geben. „Es wird von Tag zu Tag besser, ich wollte aber nichts überstürzen“, sagt Siva, der am Mittwoch erstmals wieder mit der Mannschaft trainierte.

Dass Alba den Ausfall eines absoluten Führungsspielers bisher relativ gelassen verkraftet hat, hängt vor allem mit seinem Kollegen Hermannsson zusammen. Der 25 Jahre alte Isländer wurde vor seiner zweiten Saison in Berlin vom Shooting Guard zum Point Guard umgeschult und soll diese Rolle nun dauerhaft einnehmen. Anfangs fühlte sich Hermannsson damit nicht ganz wohl, schließlich kam er eher als Scorer denn als Spielgestalter nach Berlin. In der vergangenen Saison musste er jedoch bereits einige Male im Aufbau aushelfen, und nun hat er auf der strategisch wichtigsten Position seinen Rhythmus und Spaß gefunden. „Er macht das hervorragend“, findet auch Siva. „Er hat das Team angeführt und seine Mitspieler gut eingesetzt.“

Zudem spielt der erst 19 Jahre alte Jonas Mattisseck mit durchschnittlich sieben Punkten in 14 Minuten eine wichtige Rolle und ermöglicht Hermannsson damit die dringend benötigten Pausen. „Jonas bringt sehr viel Energie von der Bank und spielt jetzt freier als in der Vorbereitung. Da hat er noch zu viel nachgedacht“, sagt Siva über den Jungprofi, dem er mit einigen Tipps in seiner Entwicklung hilft.

Mit Sivas Comeback erweitern sich für Trainer Aito Garcia Reneses die Optionen – und das wäre schon gegen das türkische Spitzenteam wichtig. Anders als Alba hat Anadolu das erste Euroleague-Spiel verloren, und mit Shane Larkin sowie Rodrigue Beaubois könnten zwei enorm wichtige Guards verletzungsbedingt ausfallen. Dennoch sind die Türken am Freitag klarer Favorit. Schon in der Vorbereitung haben sie die Berliner bei einem Testspiel deutlich besiegt.

Siva und Hermannsson können auch zusammen auf dem Parkett stehen

Im 16.000 Zuschauer fassenden Sinan Erdem Dome dürfte Hermannsson erneut in der Startformation stehen. Auch wenn Siva rechtzeitig fit werden sollte, wird er sicherlich nicht sofort wieder 30 Minuten spielen. Im Normalfall werden sich Hermannsson und Siva im Aufbau abwechseln, in wichtigen Phasen können sie aber auch gemeinsam auf dem Parkett stehen. „Das hat letztes Jahr schon gut funktioniert und gibt unserem Team so viel Dynamik“, sagt Siva. Und Hermannsson glaubt zwar, dass die Situation für Trainer Reneses nicht ganz einfach werde, dem Team aber eine Menge Möglichkeiten eröffne. „Wenn du zwei Spieler auf dem Feld hast, die passen und werfen können, wird es schwer für den Gegner“, sagt der Isländer.

Interner Zwist um die Einsatzzeiten der beiden Spielmacher ist bei Alba eher nicht zu erwarten. Bei durchschnittlich drei Spielen pro Woche werden Hermannsson und Siva dringend gebraucht, zumal Trainer Reneses genug Erfahrung hat, um alle seine Profis bei Laune zu halten. Wobei: Für die gute Stimmung sorgen die Spieler bei Alba schon ganz alleine.

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