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Späte Freude: Bremens Claudio Pizarro (l) und Bremens Johannes Eggestein jubeln nach dem Treffer zum 1:2 durch Pizarro.
© Torsten Silz/dpa
Update

Bundesliga: Zäher Sieg für Borussia Mönchengladbach, Blamage für Werder Bremen

Die Partie in Mönchengladbach gegen den Düsseldorf blieb lange torlos. Werder Bremen unterliegt überraschen in Mainz.

Mainz 05 - SV Werder Bremen 2:1

Mit dem ersten Pflichtspielsieg seit sieben Wochen hat der FSV Mainz 05 seine sportliche Talfahrt gebremst und Angstgegner Werder Bremen den Sprung auf den vierten Tabellenplatz vermasselt. Vor 25 105 Zuschauern - darunter Bundestrainer Joachim Löw - trafen Rekordeinkauf Jean-Philippe Mateta mit seinem ersten Bundesligator (25. Minute) und Jean-Philippe Gbamin (51.) am Sonntag zum Mainzer 2:1 (1:0)-Sieg, den auch Stürmer-Oldie Claudio Pizarro (78.) mit seinem Anschlusstor nicht verhindern konnte. Der FSV verbesserte sich mit zwölf Zählern auf Rang zwölf. Die Bremer, die die vergangenen vier Gastspiele in Mainz siegreich gestaltet hatten, sind mit 17 Punkten Sechster.

„Kompliment an die Mannschaft für diese Leistung“, sagte der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder. „Wir hatten ganz schön Druck auf dem Kessel.“ Die Hausherren begannen mutig und attackierten früh. Der im Sommer für acht Millionen Euro von Olympique Lyon gekommene Mateta mit einem Lattenschuss - allerdings aus Abseitsposition - und Pierre Kunde, dessen Schuss Werder-Schlussmann Jiri Pavlenka entschärfte, sorgten in der Anfangsviertelstunde für erste Aufreger.

Bremen bekam in der ersten Halbzeit keinen Fuß in die Partie. „Das war unsere schlechteste Halbzeit in dieser Saison“, sagte Pizarro. „Die Mainzer waren frischer und haben die Zweikämpfe gewonnen.“ Viele Fehlpässe hemmten immer wieder den Spielfluss, so dass die Mainzer Führung kaum überraschte. Mateta überwand Pavlenka aus kurzer Distanz, nachdem Werder-Abwehrchef Niklas Moisander über den Ball gehauen hatte. Dabei hatte sich Bremens Trainer Florian Kohfeldt von der Rückkehr des zuletzt verletzten finnischen Nationalspielers eine Stabilisierung der beim 2:6 gegen Bayer Leverkusen vor Wochenfrist maroden Defensive versprochen.

Der Gegentreffer hinterließ Wirkung. Werder gelang so gut wie gar nichts, auch wenn Kohfeldt seine Schützlinge an der Seitenlinie immer wieder lautstark antrieb. Stefan Bell und Danny Latza hätten bei einer Doppelchance in der 33. Minute auf 2:0 für die bissigen und laufstarken Mainzer, die aber auch spielerisch überzeugten, erhöhen können.

FSV-Keeper Robin Zentner, der den mit einer Sprunggelenkverletzung vier Wochen ausfallenden Stammtorhüter Florian Müller vertrat, musste bis zur Pause nicht einmal ernsthaft zupacken. Und auch der kurzfristige Ausfall von Abwehrspieler Phillipp Mwene (Knieblessur) hinterließ bei den Rheinhessen keine Wirkung.

Nach dem Wechsel sah es kurz so aus, als sollten sich die Gäste berappeln. Doch Mainz nahm Werder schnell den Wind aus den Segeln: Gbamin traf mit einem fulminanten Linksschuss von der Strafraumgrenze. Kohfeldt reagierte umgehend auf den Rückschlag und brachte in Pizarro und Johannes Eggestein zwei frische Offensivkräfte. Mehr Durchschlagskraft entwickelten die Gäste erst einmal nicht, schöpften nach Pizarros Tor aber noch einmal Hoffnung. Einen wuchtigen Schuss von Max Kruse und einen Kopfball von Martin Harnik parierte Zentner. Dass die Bremer im Pokal-Achtelfinale zu Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund müssen, passt zu dem für sie missratenen Abend. „Man muss es nehmen wie es kommt“, sagte Kohfeldt mit gequältem Lächeln.

Borussia Mönchengladbach - Fortuna Düsselforf 3:0

Vier Tage nach der Pokalpleite gegen Bayer Leverkusen hat Borussia Mönchengladbach den zweiten Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga zurückerobert. Beim 3:0 (0:0)-Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf gelang den Gladbachern am Sonntag der achte Heimsieg in Serie. Der Aufsteiger hingegen kassierte bereits die sechste Niederlage nacheinander, ist seit sieben Spielen ohne Sieg und steht punkt- und torgleich mit dem VfB Stuttgart am Tabellenende. Vor 54 022 Zuschauer im ausverkauften Borussia-Park erzielten Thorgan Hazard (48. Minute/Handelfmeter/82.) und Jonas Hofmann (67.) die Treffer für die Gastgeber.

„Die letzte Konsequenz hat gefehlt, wie so oft in den letzten Spielen. Es reicht nicht, dass wir uns nur gut präsentiert haben“, sagte Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel: „Beim 0:2 machen wir einen katastrophalen Fehler und dann ist das Spiel gelaufen.“

Freude und Erleichterung: Gladbachs Torschütze Thorgan Hazard (l) und Alassane Plea jubel nach dem Treffer zur 1:0 Führung.
Freude und Erleichterung: Gladbachs Torschütze Thorgan Hazard (l) und Alassane Plea jubel nach dem Treffer zur 1:0 Führung.
© Marius Becker/dpa

Im 47. Niederrheinderby der Bundesliga kehrte der Brasilianer Raffael nach knapp zweimonatiger Verletzungspause in Borussias Startelf zurück. Nach dem Aus im DFB-Pokal änderte Trainer Dieter Hecking seine Angriffsreihe und brachte neben Raffael und Hazard auch den zuletzt angeschlagenen Alassane Plea. Mit geballter Offensivkraft setzten die favorisierten Gastgeber den Tabellenvorletzten von Beginn an unter Druck.

Die erste große Möglichkeit von Thorgan Hazard konnte Fortunas Keeper Michel Rensing parieren (10.), 20 Minuten später scheiterte der Belgier erneut am Torhüter. Antreiber im Gladbacher Spiel war Florian Neuhaus, der vergangene Saison 29 Pflichtspiele für Fortuna absolvierte.

Die Düsseldorfer, die mit dem 5:1-Erfolg beim SSV Ulm die nächste Pokalrunde erreicht hatten, spielten mit der am vergangenen Dienstag erfolgreichen Elf, in der erst zum dritten Mal das Sturmduo Rouwen Hennings und Marvin Ducksch gemeinsam startete. Beim bislang einzigen Saisonsieg (2:1 gegen Hoffenheim) standen die beiden Angreifer ebenfalls in der Anfangsformation.

Der Aufsteiger hatte sich gut eingestellt auf Borussias Offensivdrang und suchte selbst Entlastung im Spiel nach vorn. Gefährliche Aktionen liefen vor allem über die rechte Seite mit dem auffälligen Dodi Lukebakio. Alfredo Morales versuchte es mit einem Distanzschuss, den Gladbachs Schlussmann Yann Sommer abwehren konnte (28.).

Erst ein Strafstoß brachte den Gastgebern die lang ersehnte Führung. Ein Schuss von Plea landete am Unterarm von Düsseldorfs Abwehrchef Kaan Ayhan - den Elfmeter verwandelte Hazard. „Für mich war es einfach kein Elfmeter. Ich weiß nicht, wo die Spieler die Hände hin tun sollen. Ich habe kein Verständnis dafür“, sagte Funkel.

Für Rensing war es in der Bundesliga der 20. Gegentreffer beim 20. Elfmeter. Die Gastgeber, die auch im 16. Spiel nacheinander mindestens einen Treffer erzielten, hatten durch Oscar Wendt und Neuhaus weitere Chancen. Hofmann nutzte dann ein Zuspiel von Neuhaus zum 2:0, Hazard traf in der Schlussphase mit seinem siebten Saisontreffer zum 3:0.

Für unschöne Szenen sorgten die Düsseldorfer Fans, die vor und während der Partie immer wieder bengalische Feuer abfackelten und mehrmals ermahnt werden mussten. (dpa)

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