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Arzneimittel : Deutschlandchef von Pfizer will anderes Finanzierungssystem

Peter Albiez, Deutschlandchef von Pfizer, möchte einen Systemwechsel: Geld gibt es nur, wenn das Medikament auch wirkt.

Peter Albiez ist seit 2015 Vorsitzender der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland.
Peter Albiez ist seit 2015 Vorsitzender der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland.Foto: Thilo Rückeis

Das Finanzierungssystem für innovative Medikamente muss „vom Kopf auf die Füße“ gestellt werden. Das forderte der Deutschland-Chef von Pfizer, Peter Albiez, im Gespräch mit dem Tagesspiegel.

„Statt für Leistung sollte für Erfolg bezahlt werden.“ Geld solle es nicht mehr allein für die Pille selbst geben, „sondern nur wenn die Pille Erfolg hat“. Wie man diesen Erfolg messe, ob in Heilung oder Linderung der Symptome,müsse allerdings vorher festgelegt werden, so Albiez, anlässlich des zehnjährigen Jubiliäums des Umzugs der Deutschlandzentrale Pfizers nach Berlin. Denkbar sei auch eine „Ratenzahlung“. „Ich glaube, wir werden auch Zusammenschlüsse sehen von Pharmaunternehmen und Start-ups, die gemeinsam mit einer Krankenkasse die Versorgung bestimmter Patientengruppen übernehmen.“ Nicht mehr Krankheit sondern Gesundheit solle honoriert werden. Die Politik, sagt Albiez, sei solchen Vorschlägen gegenüber offen und zeige sich interessiert.

"Deutschland ist schwach in der Translation"

Das Berliner Institute of Health (BIH), ein Leuchtturmprojekt zur Umsetzung medizinischer Forschung in Therapien, bezeichnete Albiez als „zartes Flämmchen“. Dabei müsse Deutschland gerade in der  Translationsforschung stärker werden. „Wir sind stark in der Grundlagenforschung, aber nicht in der Übersetzung von  Grundlagenerkenntnissen in medizinische Anwendungen, Produkte und Dienstleistungen.“ Mit dem BIH sei ein „guter Wurf“ gemacht worden, doch jetzt müsse man darüber reden, wie die Institution an Bedeutung gewinnen könne.

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