• Diskussion über Billigfleisch: „Höhere Preise führen nicht automatisch zu einer artgerechten Tierhaltung“
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Diskussion über Billigfleisch : „Höhere Preise führen nicht automatisch zu einer artgerechten Tierhaltung“

SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch fordert klare Kriterien. Billig kennt nur Verlierer, sagt er: die Tiere und die Arbeiter in den Schlachthöfen.

Hauptsache billig: Fleisch ist im Supermarkt ein Lockartikel.
Hauptsache billig: Fleisch ist im Supermarkt ein Lockartikel.Foto: Stefan Weger

Höhere Preise für Fleisch sind nach Meinung von SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch kein Allheilmittel. "Höhere Preise für Fleisch führen nicht automatisch zu einer artgerechten Haltung der Tiere", sagte Miersch dem Tagesspiegel. Er reagierte damit auf den Vorstoß von Grünen-Co-Chef Robert Habeck, der einen Mindestpreis für Tierprodukte fordert.

Bei der Fleischerzeugung müsse vielmehr die Systemfrage gestellt werden, meint Miersch. "Das heutige System des Billigfleisches produziert zu viele Verlierer: Tiere, die nicht artgerecht gehalten werden und Beschäftige in der Fleischbranche, die miserabel bezahlt werden sowie Landwirte, die ihre Betriebe schließen müssen."

Matthias Miersch ist stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.
Matthias Miersch ist stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.Foto: Susie Knoll

Miersch forderte klare Kriterien, zum Beispiel in der Tierhaltung, und eine verbindliche Tierwohlkennzeichnung. Damit würden die Anstrengungen der Landwirte sichtbar. Im Februar hatte die von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) eingesetzte Borchert-Kommission Vorschläge für Preisaufschläge für Fleisch, Käse, Butter und Milch geliefert. Diese müssten nun endlich in der Politik gemeinsam mit unterschiedlichen Interessengruppen diskutiert werden, findet Miersch.

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