Fahrverbote für Verbrenner : Umweltzone senkt Luftverschmutzung in Madrid um 32 Prozent

Verbrennermotoren stehen vor dem Aus. Mehrere EU-Länder wollen sie in den kommenden Jahren verbieten. Schon jetzt zeigen Fahrverbote Wirkung.

Als erste deutsche Großstadt führte Stuttgart zum 1. Januar Diesel-Fahrverbote ein. In Madrid hat eine solche Regelung die Luft merklich verbessert.
Als erste deutsche Großstadt führte Stuttgart zum 1. Januar Diesel-Fahrverbote ein. In Madrid hat eine solche Regelung die Luft...Foto: dpa

Für Autos mit Verbrennermotor - zumal wenn es ein Diesel älteren Baujahrs ist - wird es in den Ballungsgebieten der EU immer enger. Inzwischen bestehen in mehr als 250 Städten Einfahrbeschränkungen für Autos. Es gibt Umweltzonen und Zonen mit niedriger Emission. Demnächst werden Null-Emissions-Gebiete in den ersten Städten ausgerollt. Und ab 2025 wollen die ersten Länder in Europa neue Autos mit Verbrennungsmotor komplett verbieten. Dies geht aus einer Übersicht hervor, die der europäische Umweltverband T+E (Transport and Environment) vorgelegt hat.

Unter dem Druck der EU-Kommission und Klagen vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) haben fünf Mitgliedstaaten in besonders belasteten Ballungsgebieten Umweltzonen eingerichtet. Das sind neben Deutschland Dänemark, die Niederlande, Italien und das Vereinigte Königreich. Mit Abstand am effektivsten sind die Maßnahmen im Zentrum von Madrid. Dort soll laut einer Studie die Verschmutzung durch Stickoxide um 32 Prozent gesenkt worden sein. In den anderen Umweltzonen sind zwar Verbesserungen messbar, allerdings sind die Effekte überschaubar.

Etliche Länder wollen künftig keine neuen Benziner oder Diesel mehr zulassen. Norwegen will 2025 den Anfang machen. 2030 kommen fünf EU-Länder sowie Indien hinzu. Die EU-Länder sind Dänemark, Irland, Schweden, die Niederlande und Slowenien. 2032 will Schottland folgen, 2040 Frankreich und das Vereinigte Königreich. Unklar ist allerdings, ob Alleingänge einzelner Mitgliedstaaten EU-rechtlich zulässig ist. Damit würde der Binnenmarkt in diesen Ländern außer Kraft gesetzt.

Flankiert wird der Kampf um saubere Luft um Null-Emissions-Zonen, die verschiedene Städte planen. Das sind Gebiete, in denen nur Fahrzeuge Zufahrt haben, die keinerlei CO2 ausstoßen. Amsterdam hat die ersten Schritte in diese Richtung bereits beschlossen. Ab 2020 sind alle Euro-3-Diesel innerhalb des A-10-Autobahnrings verboten. Bis 2030 soll die gesamte Stadt einen emissionsfreien Verkehr haben.

Brüssel hat beschlossen, in der Umweltzone ab 2030 Diesel zu verbieten, ab 2035 dann auch Benziner und Fahrzeuge mit Gasantrieb. Ab 2022 sollen Teile der Londoner Innenstadt Null-Emissions-Gebiete werden, in Madrid sollen Diesel-Fahrzeuge 2024 verschwinden, Benziner bis 2030. In Paris greifen bereits Verbote für ältere Diesel, die in Zukunft Schritt für Schritt verschärft werden.

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