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Furcht vor weltweiter Wirtschaftsflaute : Rezessionsängste senden Börsen auf Talfahrt

Schwache Konjunkturdaten und Entwicklungen auf dem Anleihemarkt machen Anleger weltweit nervös. Die Aktienkurse sacken ab.

Besorgte Mienen. Händler in der New Yorker Wall Street.
Besorgte Mienen. Händler in der New Yorker Wall Street.Foto: Eduardo Munoz/REUTERS

Die Furcht vor einer weltweiten Rezession hat die Börsen fest im Griff. Genährt wurde sie am Mittwoch von einer Serie enttäuschender Konjunkturdaten und der Entwicklung am US-Anleihemarkt.

Dort hat die inverse Zinskurve ihre extremste Form seit 2007 erreicht, schreibt Gregory Daco von dem Datenanalysehaus Oxford Economics über Twitter. Seit 1968 traten vor allen Rezessionen vorher solche inverse Zinskurven auf. Eine inverse Zinskurve bedeutet, dass kurzlaufende Dreimonats-Staatsanleihen eine höhere Rendite abwerfen als zehnjährige.

Normalerweise müsste es umgekehrt sein, weil Anleger eine höhere Entschädigung verlangen, wenn sie ihr Geld für einen längeren Zeitraum verleihen. Daco weist darauf hin, dass die Kurveninversion trotz einer Fed zunimmt, die eine lockere Geldpolitik vertritt. Dies verstärkt die Bedeutung zusätzlich.

Die US-Großbank JPMorgan weist nach Angaben der Agentur Bloomberg zudem darauf hin, dass die Liquidität an den Märkten zurückgehe. Mangelnde Liquidität an den Märkten kann Kursstürze an den Börsen verstärken.

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Vor diesem Hintergrund zogen sich Anleger aus den Aktienmärkten zurück. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 3,05 Prozent tiefer bei 25.479 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 2,9 Prozent auf 2840 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab drei Prozent auf 7774 Punkte nach. Dax und EuroStoxx50 verloren jeweils 2,2 Prozent auf 11.492,66 Zähler und 3284,22 Punkte.

Der Zollstreit zwischen den USA und China setzt weiterhin zu

"Der Zollstreit zwischen den USA und China hat bereits einen Einfluss auf die Konjunktur", sagte Christophe Barraud, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses Market Securities gegenüber Reuters. "Vor allem, wenn man sich vom weltweiten Handel abhängige Staaten wie Deutschland anschaut." Die deutsche Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal um 0,1 Prozent. Die chinesische Industrieproduktion wuchs so langsam wie seit 17 Jahren nicht.

Die Entwicklung an den Anleihemärkten setzte vor allem Banken zu, weil sie es ihnen erschwert, mit Krediten und Investitionen in Anleihen Geld zu verdienen. Der Zinssatz zahlreicher Darlehen orientiert sich an den Bondrenditen. Der europäische Banken-Index fiel zeitweise auf ein Drei-Jahres-Tief von 116,98 Punkten. An der Wall Street gaben die Titel von Instituten wie Bank of America, Citigroup und JPMorgan bis zu 5,3 Prozent nach.

Unter Verkaufsdruck gerieten auch die Technologiewerte. So verloren die Aktien der Chip-Hersteller Intel und AMD bis zu 7,9 Prozent. Die Papiere des iPhone-Machers Apple büßten 2,8 Prozent ein. (mit Reuters)

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