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Innovationscampus : Siemens denkt über eigenes Mobilfunknetz in Berlin nach

Siemens braucht für seinen Zukunftscampus in Berlin schnelle Netze. Falls Telekommunikations-Anbieter sie nicht liefern, will der Konzern sie selber bauen.

Tradition und Moderne. Siemens geht zurück zu den Wurzeln seiner Gründerstadt - und will Zukunftsfragen beantworten.
Tradition und Moderne. Siemens geht zurück zu den Wurzeln seiner Gründerstadt - und will Zukunftsfragen beantworten.Foto: Hannibal Hanschke/REUTERS

Siemens will seinen geplanten Zukunftscampus in Berlin mit einem eigenen 5G-Mobilfunknetz ausstatten, falls die Telekommunikationskonzerne das ultraschnelle Netz nicht rasch aufbauen. „Der Campus braucht die beste Internetanbindung, die es gibt“, sagte Siemens-Vorstand Cedrik Neike dem Tagesspiegel. „Wir werden sehen, ob Partner 5G-Mobilfunk und Breitband liefern können. Andernfalls machen wir es selbst.“

Autokonzerne und andere Industriefirmen hatten zum Ärger von Telekom zuletzt ähnliche Überlegungen angestellt. Sie wollen auf ihren Werksgeländen und in anderen Anlagen eigene 5G-Netze bauen und betreiben, um bei der Verarbeitung riesiger Datenmengen nicht auf externe Dienstleister angewiesen zu sein.

Regierender Bürgermeister: "Die Botschaft ist angekommen"

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sicherte Siemens Unterstützung zu. „Jetzt kommt es darauf an, dem Bund auch zu vermitteln, dass Berlin hier mit höchster Priorität zu behandeln ist“, sagte Müller mit Blick auf den Ausbau des Breitbandnetzes. Das habe er auch beim Bundeswirtschaftsminister angesprochen.

„Die Botschaft ist angekommen“, sagte Müller dem Tagesspiegel. „Es geht um eine Investition in den Standort Deutschland, die in Berlin sichtbar wird. Das sollte auch der Bundesregierung für den internationalen Wettbewerb wichtig sein.“

Siemens hatte angekündigt, für 600 Millionen Euro in Siemensstadt einen Innovations- und Zukunftscampus aufbauen zu wollen. Dort sollen neben Produktion und Forschungseinrichtungen auch Start-ups und Einzelhandel angesiedelt und Wohnungen gebaut werden. Die Vereinbarung war mit dem Senat in nur acht Wochen zustande gekommen. „Das kann eine Blaupause sein“, sagte Müller. „Wir haben gesehen, was man in kurzer Zeit erreichen kann.“

Das Doppelinterview mit Michael Müller und Cedrik Neike lesen Sie am Samstag im Tagesspiegel oder schon ab 19.30 Uhr am Freitag im E-Paper.

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