Missglückte Twitter-Aktion : DHL fragt nach „Fanfotos“ von Kunden – und bekommt nur Failfotos

Nette Episoden mit Paketboten wollte der Konzern von seinen Kunden geschickt bekommen. Doch es kam anders als erhofft.

DHL-Fahrzeug auf dem Gehweg
DHL-Fahrzeug auf dem GehwegFoto: imago/Jürgen Ritter

Der Post-Tochter DHL ist eine Aktion auf Twitter und Facebook entgleist. Der Paketzusteller hatte seine Kunden darum gebeten, „Fanfotos“ zu schicken. Der Konzern postete einen entsprechenden Aufruf auf Twitter und Facebook.

Die besten Fotos sollten eine Kamera gewinnen, heißt es dort. Als Hashtag sollte #DHLFotowettbewerb dienen, viele Nutzer posteten aber auch unter #DHLFanfoto.

Die Social-Media-Manager des Konzerns dachten bei ihrem Aufruf offenbar an Bilder, die nette Episoden mit dem Paketboten und dessen Fahrzeug zeigen. Sie baten um den „schönsten gelbroten Schnappschuss“. Die Konzernfarben sind Gelb und Rot.

Doch die Nutzer reagierten anders als die Marketingexperten erwartet hatten. Positive Fotos von DHL-Fans finden sich nur sporadisch unter den Antworten auf den Twitter- und Facebook-Post.

Stattdessen trugen die Menschen in den sozialen Netzwerken schlechte Erfahrungen mit DHL-Paketboten zusammen. Viele Kunden schickten Fotos von missratenen Paket-Lieferungen.

So wurde etwa ein Foto von einer Paket-Benachrichtigung gepostet, in der ein Zusteller bekannte, dass ihm der Wurf eines Pakets missglückt sei: „Ich wollte das Paket nur auf den Balkon werfen, leider mit zu viel Schwung. Entschuldigung.“

Vor allem aber sammelten sich unter den DHL-Aufrufen Fotos von Zustell-Wagen, die Verkehrsverstöße begehen. Ob Lieferwagen auf Bürgersteigen oder auf Fahrradwegen: den Nutzern auf Facebook und Twitter schien es nicht schwer zu fallen, schnell Regelübertretungen von DHL-Fahrern zusammenzutragen.

Entsprechend kam das Social-Media-Team von DHL kaum hinterher, auf all die Beschwerden zu reagieren. Auf einige Posts immerhin antwortete der Konzern mit dem Hinweis, dass sich die Fahrer an die Straßenverkehrsordnung halten müssten und dass sie darauf auch immer wieder darauf hingewiesen würden.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

18 Kommentare

Neuester Kommentar