Rente : Riester, Aktien oder Betriebsrente - welche Vorsorge für wen am besten ist

Die Rentenlücke wächst und niedrige Zinsen machen Lebensversicherungen unattraktiv. Drei andere Arten der Vorsorge im Überblick.

Mit der richtigen Altersvorsorge kann man im Alter auf einem Berg von Geld sitzen.
Mit der richtigen Altersvorsorge kann man im Alter auf einem Berg von Geld sitzen.Foto: blende40 Fotolia

Je größer die Rentengeschenke der großen Koalition heute, desto kleiner die eigene Rente später. So befürchten es jedenfalls viele jüngere Generationen. Früher beliebte Modelle wie Lebensversicherungen oder private Rentenversicherungen sind aufgrund der niedrigen Zinsen unbeliebt geworden.

Die meisten Sparer konzentrieren sich auf staatlich geförderte (zum Beispiel Riesterrente oder betriebliche Altersvorsorgen) und gänzlich private Vorsorgewege wie etwa Sparpläne mit Aktienfonds. Welches Produkt ist für wen das richtige?

Riesterrente

„Wenn man Kinder hat, rechnet sich Riester fast immer“, meint Volker Schmidtke, Finanzexperte von der Verbraucherzentrale Berlin. „Auch wenn davon auszugehen ist, dass sich die aktuelle eigene Steuerlast von der im Alter stark unterscheidet, wäre eine Riesterrente sinnvoll.“

Ebenso, wenn man damit rechnet, im Alter auf Grundsicherung angewiesen zu sein, da Riester-Zahlungen damit seit vergangenem Jahr in Grenzen nicht mehr verrechnet werden. „Für Verbraucher, die sich mit den Schwankungen der Aktienmärkte nicht anfreunden können, kann die Kapitalgarantie bei Riester ein Argument sein“, fügt er hinzu.

Betriebliche Altersvorsorge

Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern eigene Rentenprogramme an, bei denen die Firmen auf die Beiträge der Arbeitnehmer selbst noch etwas drauflegen. Der Arbeitgeber ist sogar verpflichtet, Arbeitnehmern mindestens eine Möglichkeit zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV) zu ermöglichen, Anspruch auf einen Zuschuss besteht allerdings nicht.

Für Schmidtke ist die bAV aber nicht immer empfehlenswert. „Bei betrieblichen Altersvorsorgen sollte man genau auf die Bedingungen schauen, etwa wie hoch der Arbeitgeberzuschuss ist und welche Vertragskosten anfallen“, so der Experte. Risikoscheue Sparer sollten zudem darauf achten, wie hoch der Aktienanteil der Programme ist.

Aktienfonds

Eine Möglichkeit, von der nicht viele Deutsche Gebrauch machen, ist die private Vorsorge mit Aktien. „Ein ungeförderter Fonds-Sparplan ist besonders sinnvoll, wenn man noch jung ist und viele Jahre einzahlen kann“, erklärt Schmidtke. Hier müsse man sich aber der Wertschwankungen bewusst sein und bereit sein, weiter regelmäßig einzuzahlen, wenn die Aktienmärkte gerade einmal dramatisch eingebrochen sind. „Wer weiß, dass er damit nicht ruhig schlafen könnte, sollte davon Abstand nehmen“, rät Schmidtke, sagt aber auch: „Auf eine Zeit von 30 oder 40 Jahren ist das Verlustrisiko allerdings de facto null.“

Wer eher etwas Handfestes haben möchte, hat auch die Möglichkeit in Immobilien zu investieren. Aktuell ist ein Wertverfall hier zwar kaum vorstellbar. Allerdings hat gerade die Preisentwicklung in Berlin nach der Wiedervereinigung gezeigt, dass auch die vermeintlich sichere Geldanlage in Beton Risiken und Blasen birgt.

Welches Produkt man auch wählt: Man sollte sich die Kosten im Vorfeld genau anschauen. „In aller Regel rechtfertigen teure Produkte ihre hohen Kosten nicht“, weiß Schmidtke. „Es empfiehlt sich tatsächlich, die preiswerten Angebote zu berücksichtigen.“ Die laufenden Kosten würden häufig unterschätzt. „Auf lange Sicht kann das einen Unterschied von 30 Prozent ausmachen.“

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