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Siemens-Alstom-Fusion : Siemens schickt Ex-Außenminister Gabriel in Verwaltungsrat mit Alstom

Mit der geplanten Zug-Allianz wollen Siemens und Alstom den Chinesen Paroli bieten. In den Verwaltungsrat soll auch Sigmar Gabriel, der die Fusion befürwortet hat.

In Zukunft im Verwaltungsrat der Siemens-Alstom-Allianz: Ex-Außenminister Sigmar Gabriel.
In Zukunft im Verwaltungsrat der Siemens-Alstom-Allianz: Ex-Außenminister Sigmar Gabriel.Foto: Swen Pförtner/dpa

Siemens und der französische Konkurrent Alstom haben sich für die geplante Zug-Allianz auf die künftige Zusammensetzung des Verwaltungsrats geeinigt. Unter den sechs von den Deutschen vorgeschlagenen Mitgliedern ist auch der ehemalige Außenminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD), wie aus einer am Dienstagabend verbreiteten gemeinsamen Pressemitteilung der beiden Unternehmen hervorgeht. Dieser soll als sogenanntes unabhängiges Mitglied in das Gremium einziehen. Die kommende Hauptversammlung muss den Vorschlägen noch zustimmen.

Gabriel teile mit, er fühle sich durch das Vertrauen "sehr geehrt". Er habe die Bundesregierung umfassend über seine geplante Berufung in den Verwaltungsrat informiert. „Selbstverständlich halte ich mich strickt (sic!) an die in der letzten Legislaturperiode neu geschaffenen gesetzlichen Vorgaben für ehemalige Mitglieder der Bundesregierung“, schrieb Gabriel in einer Mitteilung.

Das Unternehmen werde voraussichtlich Ende des Jahres oder zu Beginn des kommenden Jahres seine Arbeit aufnehmen. „Für die damit dann beginnende Tätigkeit eines neuen Aufsichtsrates würde ich nach Ablauf eines Jahres nach dem Ausscheiden aus der Bundesregierung zur Verfügung stehen“, schrieb Gabriel weiter. Das entspricht den gängigen Regelungen einer einjährigen Karenzzeit.

Zusammenschluss gegen Konkurrenz aus China

Neben Gabriel will Siemens einer früheren Mitteilung zufolge das Vorstandsmitglied Roland Busch zum Verwaltungsratsvorsitzenden machen lassen. Auch die ebenfalls zum Siemens-Vorstand gehörenden Janina Kugel und Ralf Thomas sowie die Siemens-Managerin Mariel von Schumann sollen in den Verwaltungsrat einziehen. Als weiteres unabhängiges Mitglied schlägt Siemens die bereits in mehreren Verwaltungsräten sitzende Christina Stercken vor.

Die Franzosen wollen ihren Chef Henri Poupart-Lafarge im Verwaltungsrat sehen. Dazu sollen als unabhängige Mitglieder Yann Delabriere (Alstom-Verwaltungsrat), Clotilde Delbos (Renault-Finanzchefin), Sylvie Kandé de Beaupuy (Airbus-Managerin) und Baudouin Prot von Boston Consulting kommen.

Siemens und Alstom wollen mit der Fusion vor allem der neuen starken Konkurrenz aus China Paroli bieten. Die Kartellbehörden müssen dem Zusammenschluss allerdings noch zustimmen. Bereits seit einigen Jahren mischt der neue Zug-Riese CRRC aus China im weltweiten Wettlauf um Bahnaufträge kräftig mit. Das Bahngeschäft ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum chinesischen Staatsziel, bis 2025 in allen Schlüsseltechnologien zum Westen aufzuschließen. Der Hersteller aus dem Reich der Mitte ist alleine etwa doppelt so groß wie das neue kombinierte Unternehmen Siemens/Alstom, das auf gut 15 Milliarden Euro Umsatz und weltweit rund 62 300 Beschäftigte kommt. (dpa)

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