Stiftung Warentest : Wie man die richtige Matratze findet

Der Testsieger vom Discounter kostet 130 Euro. Auch Selecta ist gut, aber teurer. Der Markt ist groß und unübersichtlich.

Ein Drittel seines Lebens verbringt man im Bett. Die richtige Matratze zu finden, ist daher wichtig. Doch für viele Menschen bringt der nächtliche Aufenthalt im Bett keine Entspannung. Rund 22 Millionen Bundesbürger leiden an Rückenschmerzen und Verspannungen. Eine gute Matratze könnte ihnen helfen, aber wie findet man diese?

Für all diejenigen, die nicht wissen, ob sie eine harte oder weiche Unterlage wählen sollen, ob Latex oder Schaumstoff für sie besser sind und ob man auch für wenig Geld eine gute Matratze bekommt, hat die Stiftung Warentest jetzt eine gute Nachricht: Es gibt zwei gute Matratzen, die für alle passen. Und eine von ihnen ist sogar richtig billig, heißt es im aktuellen "Test"-Heft.

Testsieger: 130 Euro bei Aldi

Gerade einmal 130 Euro kostet die Aldi-Matratze Novitesse Memolux 90. Die Tester hatten die Aktionsware im vergangenen September eingekauft. Passenderweise holt der Discounter die Matratze jetzt in seine Filialen zurück. Ab diesem Donnerstag kann man sie in den Aldi-Läden kaufen. Die Matratze ist eine Viskoschaummatratze. Sie besteht aus Polyurethan-Schaum und hat eine Viskoauflage. Viskoschaummatratzen passen sich generell gut der Körperform an, sind aber für starke Schwitzer oft ungeeignet.

Wer Latex will, muss 600 Euro ausgeben

Wer statt der Schaummatratze lieber auf Latex schläft, ist bei der Selecta L4 am besten bedient. Mit 600 Euro kostet sie deutlich mehr, allerdings erreichte die Selecta "das beste jemals gemessene Prüfergebnis in den Liegeeigenschaften", schwärmen die Tester. Überzeugt sind sie aber von beiden Testsiegern. Denn beide Matratzen passen sowohl für Rücken- als auch für Seitenschläfer, "ein seltenes Phänomen", wie die Prüfer wissen.

Preisspanne von 100 bis 1100 Euro

Mit ihrem Test könnten die Verbraucherschützer den Matratzenkauf für viele Menschen leichter machen. Denn der Markt ist groß und übersichtlich. 16 Matratzen hatten die Tester ins Labor geholt, bei den Viskoschaummatratzen reichte die Preisspanne von 100 bis 500 Euro, bei Latex lagen die Preise zwischen 149 Euro und 1100 Euro. Die günstigste Latex-Matratze kommt von Ikea und ist ebenfalls eine Kaufempfehlung der Tester. Die Ikea Morgedal ist die "günstigste jemals mit gut bewertete Latex-Matratze", heißt es im Test. So richtig gut ist sie allerdings nur für eher kleine Menschen. Latex - einst aus Kautschukbäumen gewonnen, heute aber synthetisch hergestellt - bietet generell ein oft weiches, angenehmes Liegegefühl, die Matratzen sind aber deutlich schwerer als Schaumstoffmatratzen und daher schlechter zu transportieren und zu wenden.

Tipps für den Kauf

Wer die Matratze im Laden kauft, kann sie zwar ausprobieren, doch oft reicht ein schnelles Probeliegen nicht aus. Der Körper braucht Zeit, sich an die neue Unterlage zu gewöhnen. Deshalb sollte man bei einem Händler kaufen, der die Ware auch dann zurücknimmt, wenn die Verpackungsfolie entfernt ist. Bei den meisten Online-Händlern ist das möglich, Kunden können hier meist 100 Tage Probe liegen. Ohnedies ist die Stiftung Warentest Fan einer online erhältlichen Matratze: der Bodyguard von Bett1.de für 199 Euro. "Sie ist die beste Matratze, die wir je getestet haben", schreiben die Tester.

Aus ihrer Datenbank empfehlen die Verbraucherschützer aber noch weitere gute, billige Produkte: Bei den Federkernmatratzen sind es unter anderem Malie Polar für 199 Euro, SB Möbel Boss Bona Med Edition Extra zum selben Preis und die Schlaraffia Clever 35 TFK Smartline für 200 Euro. Bei den Schaumstoffmatratzen steht die Online-Matratze Casper an der Spitze, mit 475 Euro ist sie allerdings deutlich teurer als die ebenfalls guten Konkurrenten Badenia Irisette Dreams (229 Euro) oder die Schaumstoffmatratzen von f.a.n (262) Euro.

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