Techniker Krankenkasse : Neue App zur Krankheitsbestimmung

Künstliche Intelligenz analysiert Symptome und gibt Rat. Die Techniker Krankenkasse nutzt dafür Know-How eines Berliner Start-ups.

Ihr Wettbewerber ist Dr. Google: Ada-Gründer Claire Novorol, Daniel Nathrath und Martin Hirsch (v.l.),
Ihr Wettbewerber ist Dr. Google: Ada-Gründer Claire Novorol, Daniel Nathrath und Martin Hirsch (v.l.),Foto: promo

Schon jetzt suchen viele Kranke auf digitalem Wege Rat und befragen „Doktor Google“. Doch die Ergebnisse verunsichern mindestens genauso oft, wie sie weiterhelfen. Dass weiß auch die Techniker Krankenkasse (TK), doch statt Patienten von der Internetsuche abzuhalten, will sie ihnen helfen, sich digital selbst zu informieren.

Dabei arbeitet das Unternehmen mit dem Berliner Start-up Ada Health zusammen. In siebenjähriger Arbeit hat das Unternehmen eine App entwickelt, die Kranke berät. Dazu werden die Symptome und zahlreiche andere Informationen abgefragt, nach circa zehn bis fünfzehn Minuten nennt das Smartphoneprogramm dann die Krankheiten, die am wahrscheinlichsten sind und sagt auch, ob ein Arztbesuch akut anzuraten wäre oder noch Zeit hat.

Das auf einer Künstlichen Intelligenz basierende System macht sich künftig auch die TK zunutze. Sie wird ihren Patienten die eigene App „TK-Doc“ anbieten, bei der Ada integriert wird. „Die wird im Januar oder Februar live gehen“, kündigte TK-Chef Jens Baas an. Die Nutzer bekommen dann auch einen Symptomcheck, zudem sollen sie bei Bedarf direkt danach über die App Kontakt zu einem Arzt aufnehmen, um sich weiter persönlich beraten zu lassen. Neben Anruf und Mail sind dabei auch ein Chat oder ein Videogespräch vorgesehen. Die Fragen werden von den etwa 100 Medizinern beantwortet, die schon jetzt für die Telefon-Hotline der TK arbeiten.

Mehr zum Thema

Ada kann unabhängig davon schon benutzt werden, seit gut einem Jahr ist die App auf Deutsch verfügbar. Momentan schildern täglich 30 000 Menschen dem Chatprogramm ihre Probleme. Gerade sonst unerkannte Krankheiten können mit der Hilfe von Computersystemen einfacher erkannt werden, sagt Jürgen Schäfer, Leiter des Zentrums für seltene Erkrankungen am Uniklinikum Marburg. Ada-Mitgründer Martin Hirsch glaubt, sein System könne auch Ärzten helfen und Zeit sparen: „Man kann schon im Wartezimmer die Symptome eingeben und dann direkt mit dem Arzt darüber sprechen.“

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!