• Versicherungsverband über Niedrigzinsen: "Für die Versicherer ist es zunehmend attraktiv, Geld im Tresor zu lagern"

"Es wird attraktiver, Geld in den Tresor zu legen"

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Versicherungsverband über Niedrigzinsen : "Für die Versicherer ist es zunehmend attraktiv, Geld im Tresor zu lagern"

Im September drohen negative Leitzinsen im Euro-Raum. Das macht die Kapitalanlage für Sie noch schwieriger. Wer Bundesanleihen kauft, legt ja jetzt schon Geld drauf.

Die Geldpolitik entgrenzt sich. Die Europäische Zentralbank betreibt Staatsfinanzierung auf Kosten der Sparer und der Versicherten.

Was heißt das für die Versicherer?

Kaum ein deutscher Versicherer kauft mehr Bundesanleihen. Man kauft staatsnahe Emittenten, etwa KfW-Papiere, oder Unternehmensanleihen oder Schuldscheindarlehen. Wir gehen auch in Kreditfonds. Aber wenn die Zinsen noch weiter sinken, wird auch das schwierig. Was das für die Versicherer heißt? Wir bieten neue Produkte mit flexiblen Garantien an.

Große Investoren, die Geld bei ihrer Bank parken, zahlen Strafzinsen. Wie viel haben die Versicherer bereits bezahlt?

Die Versicherer haben nicht viele liquide Mittel. Das Gros des Geldes ist langfristig investiert. Aber je niedriger die Zinsen sind, desto attraktiver wird es, Geld in Tresoren zu lagern. Einige Versicherer schauen sich das derzeit sehr genau an. Wir brauchen das Geld ja gar nicht so häufig. Wir müssen unseren Kunden zwar Schäden ersetzen, aber gemessen am Gesamtportfolio sind das überschaubare Summen. Und Auszahlungen an Lebensversicherungskunden sind sehr gut planbar. Wenn die Zinsen weiter sinken und man das Bargeld nicht verbietet, ist es für die Versicherer zunehmend attraktiv, Geld in den Tresor zu legen. Ich glaube, wenn die Negativzinsen kommen, werden sich auch immer mehr Privatleute Tresore kaufen.

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